Bikealyze NEXUS bei Testfahrten in Vorarlberg im Einsatz
Mit Bikealyze NEXUS hat Salzburg Research Ende Mai erstmals Testfahrten in Vorarlberg durchgeführt. In Nenzing/Schlins und Götzis wurde untersucht, wie Kraftfahrzeuge Radfahrende auf unterschiedlichen Straßenabschnitten überholen. Die Daten liefern eine objektive Grundlage für die Bewertung sicherer Radverkehrsinfrastruktur auf Freilandstraßen.
Die Fahrten fanden am Ende Mai 2026 in Nenzing/Schlins sowie in Götzis statt. Trotz sehr heißer Temperaturen konnten umfangreiche Daten zu realen Überholvorgängen im Straßenverkehr erfasst werden. Ziel der Messfahrten ist es, objektive Grundlagen für die Bewertung und Weiterentwicklung sicherer Radverkehrsinfrastruktur zu schaffen.
Überholverhalten bei Sharrows zwischen Nenzing und Schlins
Auf der L74 wurde im Auftrag des Landes Vorarlberg zwischen den Gemeinden Nenzing und Schlins eine rund 400 Meter lange Teststrecke untersucht. Im Fokus stand das Überholverhalten zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrenden im Bereich von markierten Sharrows. Die Datenaufzeichnung erfolgte am Nachmittag von 14:00 bis 18:00 Uhr. Damit wurde auch die Abendspitze zwischen 16:00 und 18:00 Uhr miterfasst.
Mehrzweckstreifen auf der Montfortstraße in Götzis
Die rund einen Kilometer lange Teststrecke auf der Montfortstraße führt bergauf von Götzis in Richtung St. Arbogast. Untersucht wurde das Überholverhalten bei einem breiten Mehrzweckstreifen mit 1,75 Metern Breite und einer 4,5 Meter breiten Kernfahrbahn.
Die Strecke ist bewaldet, kurvig und weist eine Steigung auf. Für Kfz-Lenkende ist sie dadurch nicht durchgehend gut einsehbar – ein besonders relevanter Kontext für die Analyse von Überholvorgängen und Sicherheitsabständen. Die Datenaufzeichnung erfolgte von 8:00 bis 10:30 Uhr sowie von 15:00 bis 17:00 Uhr.
Diese Testfahrten wurden im Rahmen des Forschungsprojekts MZSFreiland – Optimierung der Radinfrastruktur: Studie zu Mehrzweckstreifen mit schmaler Kernfahrbahn auf Österreichs Freilandstraßen durchgeführt.
Hochpräzise Messdaten aus dem Realverkehr
Das neue Forschungsfahrrad Bikealyze NEXUS verfügt unter anderem über einen Embedded-Hochleistungsrechner, ein hochgenaues GNSS-System, zwei LiDAR-Sensoren zur dreidimensionalen Erfassung der Umgebung, drei Kameras sowie eine C-ITS On-Board Unit. Die LiDAR-Sensoren erzeugen sogenannte Punktwolken – dreidimensionale Abbilder der Umgebung. Damit lassen sich Fahrzeuge erkennen, ihre Position und Ausdehnung bestimmen sowie relevante Kennwerte wie Überholabstände und Geschwindigkeiten berechnen. Die gewonnenen Daten bilden eine fundierte Grundlage für wissenschaftliche Auswertungen und für evidenzbasierte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrende.

Mehr Information zum Forschungsfahrrad: Forschungsfahrrad Bikealyze NEXUS
Forschung für sichere Radinfrastruktur
Salzburg Research setzt seit 2021 speziell entwickelte Forschungsfahrräder ein, um reale Interaktionen von Radfahrenden mit anderen Verkehrsteilnehmenden im öffentlichen Straßenraum objektiv zu erfassen. Die aktuellen Testfahrten in Vorarlberg liefern wichtige Daten für die Bewertung unterschiedlicher Infrastrukturmaßnahmen und deren Wirkung auf das Überholverhalten.
Mit den Ergebnissen unter anderem aus Nenzing/Schlins und Götzis sollen konkrete Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie Radfahrende auf Freilandstraßen sicherer geführt werden können – insbesondere dort, wo Straßenräume eng und keine baulich getrennten Fahrradwege möglich sind.
Weitere Einsätze des Forschungsfahrrads:
- Bisherige Testfahrten in Kärnten und im Burgenland im Projekt MZSFreiland: Sicher Radfahren auf der Landstraße: Test neuer Bodenmarkierungen
- Test von verschiedenen Bodenmarkierungen in der Stadt Salzburg: Markierungen wirken: Überholabstände erhöht
- Neues Forschungsfahrrad Bikealyze NEXUS

- Markierungen wirken: Überholabstände erhöht

- Sicher Radfahren auf der Landstraße: Test neuer Bodenmarkierungen

- Forschungsfahrrad überprüft Wirkung von neuen Bodenmarkierungen

- Den Radverkehr in beengten Straßenverhältnissen sicherer gestalten

- Was Radfahrende von selbstfahrenden Fahrzeugen erwarten





