Nummerierung im Telekommunikationsmarkt

Thomas Winkler (2000): Nummerierung im Telekommunikationsmarkt Situation und Diskussion in Österreich

Nummerierungspläne sind ein wichtiger Bestandteil liberalisierter Telekommunikationsmärkte. Sie legen fest, welcher Nummern sich Akteure für die Dienste, die sie anbieten, bedienen dürfen, und für welche Arten von Diensten welche Nummern reserviert sind. Weiters ist zu bestimmen, in wie weit Kunden “ihre” Rufnummer beim Wechsel zu einem anderen Netzwerkbetreiber beibehalten dürfen (“Portabilität”). Da die Interessen verschiedener Akteure z.T. kollidieren, muss der Regulator für entsprechend transparente und faire Rahmenbedingungen sorgen.

Salzburg Research hat eine österreichische Fallstudie zum Thema Nummerierung durchgeführt. Der Bericht schildert die Debatte zu diesem Thema in Österreich seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes 1997/98, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die geplante Erneuerung der Nummerierungsplans. Der Bericht beruht auf Interviews mit den wichtigsten Akteuren im Markt und mit Vertretern der Telekom-Regulierungsbehörden.

Auf der Grundlage des Österreichischen Telekommunikationsgesetzes von 1997 soll die Nummerierungsverordnung 1997 im Jahr 2002 in Kraft treten. Unter anderem würde sich das Prinzip der regionalen Vorwahlen grundlegend ändern. Allerdings sind die Meinungen zu dieser Verordnung geteilt. Der Bericht schildert die Argumente für und wider.

Die Fallstudie entstand im Zusammenhang mit dem MEDA-Telecoms-Observatory, einem von der Europäischen Kommission teilfinanzierten und vom ENCIP-Netzwerk durchgeführten Projekt. Salzburg Research ist Mitglied des ENCIP-Netz-werks (“European Network for Communication & Information Perspectives”). ENCIP wurde 1992 als European Economic Interest Group (EEIG) von vier Instituten gegründet und hat derzeit 15 Mitgliedsorganisationen, die v.a. sozioökonomische Forschung zu den digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien betreiben.