Digital - agil - kundenorientiert: Digitalisierung bei der Wien Energie - Salzburg Research Forschungsgesellschaft

Digital – agil – kundenorientiert: Digitalisierung bei der Wien Energie

Ein Erfahrungsbericht über die konzeptionelle Begleitung der Wien Energie GmbH bei der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie für Service und Betrieb: Wie gestaltet Österreichs größter Energiedienstleister den Weg in die digitale Zukunft? Klar ist: Digitalisierung ist nicht allein eine Frage der Technologie, es geht auch um die Gestaltung des digitalen Kulturwandels und die Entwicklung digitaler Kompetenzen.

Digitalisierungsstrategie für Service und Betrieb

Müllverbrennungsanlage Spittelau (© Wien Energie GmbH)

Die Wien Energie GmbH ist Österreichs größter Energiedienstleister und betreibt neben einer Reihe von thermischen Kraftwerken (z.B. das Kraftwerk Simmering und die Müllverbrennungsanlage Spittelau) auch Wasserkraftwerke, Windkraft- und Solarenergie-Parks sowie Biomassekraftwerke. Für die Sicherstellung der Verfügbarkeit der Erzeugungsanlagen und Pumpstationen ist das Geschäftsfeld Anlagenservice verantwortlich: Hier erfolgt unter der Leitung von Dipl.-Ing. Alexander Kirchner die Planung, Steuerung und Durchführung der Instandhaltungsmaßnahmen für den gesamten Bereich der thermischen Kraftwerke und der erneuerbaren Energiequellen.

Die Zukunft der Asset Managements ist für Alexander Kirchner geprägt durch eine zunehmende Digitalisierung der Anlagen und der Prozesse. Durch die digitale Vernetzung der Produktionsmittel werden Betrieb und Service der Anlagen immer stärker miteinander verschränkt: beispielsweise nützen Daten, die zur Optimierung der Betriebsprozesse gesammelt werden, auch der Instandhaltung, wo mit Verfahren der künstlichen Intelligenz Vorhersagen über die Verfügbarkeit von Anlagen und Komponenten gemacht werden können („Predictive Maintenance“).

Dualer Ansatz: Strategie und Pilotprojekte

Die strategischen Handlungsfelder der Digitalisierung (Grafik: Salzburg Research, nach der Studie „Industrie 4.0-Readiness“ der IMPULS-Stiftung des VDMA)

Die strategischen Handlungsfelder der Digitalisierung (Grafik: Salzburg Research, nach der Studie „Industrie 4.0-Readiness“ der IMPULS-Stiftung des VDMA)

Den Veränderungen durch die Digitalisierung am Energiesektor und der Entwicklung hin zu „smarten Energieerzeugern“ will Wien Energie proaktiv begegnen: „Der neue Weg von Wien Energie – Energiegeladen in die digitale Zukunft“ lautet dementsprechend der Titel des Jahrbuchs 2016. Im Februar 2017 wurde Salzburg Research mit der konzeptionellen Begleitung der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie für Service und Betrieb beauftragt (siehe Projektbeschreibung). Basierend auf den Erfahrungen aus der Studie „Instandhaltung 4.0“ wurden im Strategieprozess unter breiter Einbeziehung von Vertretern der Erzeugungsanlagen (thermische und erneuerbare Energien), der dezentralen Verteilernetze und des Anlagenservice eine Reihe von Leitsätzen und Maßnahmen für die Gestaltung der digitalen Zukunft der Wien Energie entwickelt. Dabei wurden organisatorisch-strategische Überlegungen ebenso berücksichtigt wie die Entwicklung und Förderung der digitalen Kompetenz und die Digitalisierung der Anlagen sowie der Betriebs- und Serviceprozesse. Alexander Kirchner (Wien Energie GmbH) und Georg Güntner (Projektleiter bei Salzburg Research) setzten in der Strategie auf einen dualen Ansatz: Neben mittel- bis langfristigen strategischen Maßnahmen bleibt auch Raum für experimentelle Entwicklungen und Pilotprojekte, etwa der Einsatz von smarten Drohnen für die Inspektion von Kaminen und von Windkraftanlagen und Kaminen. Damit wird der rasanten Dynamik im Bereich digitaler Technologien Rechnung getragen.

Sensibilisierung für den digitalen Wandel

Die im Juli 2017 abgeschlossene Digitalisierungsstrategie für Anlagenservice und Betrieb bewirkte schon in ihrem Entstehungsprozess eine Sensibilisierung für die Chancen und Potenziale der Digitalisierung und die Flexibilisierung und Attraktivierung der Arbeitsprozesse.

Wir wünschen Alexander Kirchner und seinem Team viel Erfolg für die Umsetzung der Strategie!

Lassen wir abschließend die Vertreter des Auftraggebers zu Wort kommen:


Alexander Kirchner

Dipl.-Ing. Alexander Kirchner, Prokurist und Geschäftsfeldleiter Anlagenservice bei der Wien Energie GmbH, stellt fest:

Digitalisierung betrifft längst nicht nur die technischen Prozesse, Anlagen und Betriebsmittel: ein umfassendes Konzept dafür setzt bei organisatorisch-strategischen Maßnahmen an und beinhaltet die Entwicklung und Förderung der digitalen Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als zentrales Element. Wir haben in Salzburg Research einen kompetenten Partner auf unserem Weg in die digitale Zukunft gefunden.


Dipl.-Ing. Karl Gruber (© Wien Energie GmbH)

Der Geschäftsführer der Wien Energie GmbH, Dipl.-Ing. Karl Gruber, denkt innovativ und pocht auf Kooperation:

Digitalisierung bedeutet für Wien Energie verstärkt innovativ zu denken und zu handeln. Wir kooperieren mit bewährten Partnern wie Salzburg Research und verstärkt nun auch mit Startups. Wir haben als größter Energiedienstleister Österreichs die Erfahrung, Ressourcen und Marktzugang. Startups punkten mit Schnelligkeit und kreativem Querdenken. Diese Kombination ist fruchtbar.


Bildquellen: © Wien Energie GmbH

Georg Güntner

Georg Güntner ist Leiter des Kompetenzschwerpunkts „Industrial Internet“ und stellvertretender Leiter der Forschungslinie „Internet of Things“ bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft. Die Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit liegen im Bereich der Begleit- und Akzeptanzforschung von Internet-Technologien und des Internets der Dinge in Produktions- und Instandhaltungsunternehmen. Er koordiniert die Meetup-Gruppe "IoT Salzburg" und das "Maintenance Competence Center", ein Anlaufstelle für Forschung, Entwicklung und Innovation in der Instandhaltung. In seinen jüngsten Projekten beschäftigte er sich mit den Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Instandhaltungsbranche ("Instandhaltung 4.0") sowie mit der digitalen Transformation durch Industrie 4.0 und neue Geschäftsmodelle ("I40-Transform"). Zudem koordiniert er das Innovationsnetzwerk „i-Maintenance“.


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Salzburg Research Forschungsbereich(e):
Salzburg Research Forschungsschwerpunkt(e): Publiziert am 23. Aug 2017

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