SUEHC – Mobile Dienste bei Naturkatastrophen

Im Projekt SUEHC wird die Infrastruktur zur ständigen Verfügbarkeit mobiler Dienste auf ihre Schwachstellen hin überprüft. Außerdem wird ein Computer-gestütztes Planungsverfahren entwickelt, um im Krisenfall rasch und effizient reagieren zu können.

Die Sicherstellung der Versorgung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen im urbanen Raum durch mobile Pflegedienste bei Naturkatastrophen (Securing Urban Extramural Healthcare

Durch die momentane demografische Entwicklung muss mit einem stetigen Anstieg des Pflegebedarfs und in Folge auch mit einer erhöhten Nachfrage bei mobile sozialen Diensten gerechnet werden. Aufgrund längerer Erwerbstätigkeit und veränderter Familienstrukturen reduziert sich jedoch auch das familiäre Pflegepotential, was einen weiteren Anstieg der Nachfrage von externen Betreuungseinrichtungen zur Folge hat. Mobile Pflege- und Betreuungsdienste ermöglichen es hilfsbedürftigen Menschen so lange als möglich daheim zu leben und dennoch fachgerechte Hilfe zu erhalten. Das Angebot reicht von qualifizierter Pflege über Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes bis hin zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte.

Das Projekt SUEHC beschäftigt sich daher mit der Planung der extramuralen Versorgung von pflegebedürftigen Menschen im Katastrophenfall. Der Fokus liegt dabei auf urbane Regionen. Bei der Tourenplanung von Pflegekräften im Katastrophenfall stellt die Verkehrsinfrastruktur in urbanen Regionen die größte Herausforderung dar. So steht zwar in der Regel ein dichteres Verkehrsnetz mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung, aufgrund der Verkehrsdichte wird die Planung jedoch wieder erheblich erschwert (z.B. Stau, Parkplatz, etc.). Um der Praxis zu entsprechen werden in der Planung neben öffentlichen Verkehrsmitteln und Individualverkehr (PKW, aber auch Rad- und Fußwege) auch Kombinationen berücksichtigt. Mit Hilfe von computergestützten Optimierungsmethoden wird die aktuelle Situation erfasst und optimiert, um in weiterer Folge Schwachstellen und Engpässe im Katastrophenfall aufzuzeigen. Hierzu werden ausgehend vom Grundmodell Szenarien erstellt, anhand derer die Auswirkungen von Katastrophen (Hochwasser, Sturm, Schnee/Eis, Kälte- und Hitzewelle, Pandemie) betrachtet werden. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Österreichischen Roten Kreuz, der Universität für Bodenkultur und der Firma mobil-data durchgeführt und im Sicherheitsforschungs-Förderprogramm KIRAS vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie finanziert.