OTTM – OpenTravelTimeMap: Konzepte und Technologien für eine weltweite, freie Reisezeitenkarte nach dem Wiki-Prinzip

Sowohl für Reisende wie auch für Verkehrs- und Raumplaner/-innen sind reale Reisezeiten relevant. Herkömmliche Routenplaner liefern eine voraussichtliche Reisedauer, die aber oftmals mit der tatsächlichen Reisezeit nur bedingt übereinstimmt. Im Projekt „OpenTravelTimeMap” werden Konzepte und Technologien für eine weltweite, freie Reisezeitenkarte nach dem Wiki-Prinzip entwickelt.

Sowohl für Reisende wie auch für Verkehrs- und Raumplaner/-innen sind reale Reisezeiten relevant. Herkömmliche Routenplaner liefern eine voraussichtliche Reisedauer, die aber oftmals mit der tatsächlichen Reisezeit nur bedingt übereinstimmt. Dass es z.B. montagmorgens auf der gewählten Route regelmäßig zu umfangreichen Staus kommt, wird dabei nämlich nicht berücksichtigt. Im Projekt „OpenTravelTimeMap” werden Konzepte und Technologien für eine weltweite, freie Reisezeitenkarte nach dem Wiki-Prinzip entwickelt.

Das Wissen über reale Reisezeiten stellt eine wesentliche Informationsgrundlage für Reisende sowie Verkehrs- und Raumplaner dar. Fehlt dieses Wissen, führt dies zu Planungsfehlern sowie einem ineffizienten Umgang mit Zeitbudgets. Nachwievor kann die flächendeckende Ermittlung von realen Tür-zu-Tür Reisezeiten in intermodalen Verkehrsnetzen als offene Forschungsfrage gesehen werden. Im Projekt OpenTravelTimeMap wird der Lösungsansatz „Crowdsourcing“ (gemeinschaftliche Erfassung von Daten durch die Mitglieder einer Community) für die Erfassung von realen Reisezeiten untersucht. Motiviert durch den Erfolg des OpenStreetMap-Projekts (http://www.openstreetmap.org) werden die konzeptionellen Grundlagen und Technologien erarbeitet, wie eine weltweite, freie Reisezeitenkarte durch die Erfassung von zeitbezogenen Positionstrajektorien erstellt werden kann. Eine solche Reisezeitenkarte existiert bis jetzt nicht. Ziel des Projektes ist es daher die Erfolgsfaktoren bestehender Communitys zu analysieren und auf die Erfassung von Reisezeitdaten umzulegen.

Die erwarteten Ergebnisse sind:

  1. Konzeptionelle Grundlagen für einen erfolgreichen Aufbau derCommunity zur Reisezeitenerfassung,
  2. evaluierte Verfahren für eine zuverlässige Tür-zu-Tür Reisezeitermittlung aus Community-erfassten Bewegungstrajektorien,
  3. evaluierteTechnologien für die skalierbare Verarbeitung von dynamischen Reisezeitdaten einer raschwachsenden, weltweiten Community und
  4. spezifizierte Schnittstellen für einen freien Zugang zu den Reisezeitdaten.

Um die Skalierbarkeit von Technologien zu testen, werden Simulationen mit dem zu erwartenden Datenvolumen von bis zu 100.000 fiktiven Mitgliedern der Community durchgeführt. Zusätzlich werden die Ergebnisse der Verfahren zur Reisezeitberechnung mit realen Reisezeitdaten von 20 potentiellen Community-Mitgliedern in Salzburg und Wien evaluiert. Neben den technischen Fragestellungen werden vor allem auch Fragen zum Datenschutz sowie zu Lizenzmodellen, die eine freie Nutzung der Daten gewährleisten sollen, behandelt. Am Ende des Projekts liegen

  1. die konzeptionellenGrundlagen,
  2. eine Systemarchitektur und
  3. die Verfahren und Technologien für den Aufbau und den Betrieb einer weltweiten Reisezeitenkarte nach dem Wiki-Prinzip vor.

Um eine möglichst gute Umsetzung der Ergebnisse zu gewährleisten und dem Grundgedanken des Crowdsourcings zu folgen, werden sämtliche Projektergebnisse öffentlich zugänglich gemacht. Die Projektergebnisse sollen auch dazu beitragen, die Potentiale von Crowdsourcing für die Mobilitätsforschung aufzuzeigen. Der von österreichischen Unternehmen getriebene Aufbau einer weltweiten, freien Reisezeitenkarte hätte das Potential für eine weltweite Themenführerschaft. Als Zielgruppe für die Anwendung der Reisezeitdaten werden neben individuellen Reisenden (unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Fortbewegungsmodi sowie Mobilitätseinschränkungen) vor allem Betreiber von Reiseauskunftssystemen sowie Verkehrs- und RaumplanerInnen gesehen.

Das Projekt wird durch einen Letter Of Intent der Verkehrsdatenplattform ITS Vienna Region unterstützt.

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