Energiespenden 2.0: Soziale, technische und ökonomische Maßnahmen gegen Energiearmut

Das Projekt „Energiespenden 2.0“ hebt den Impact von Stromspenden durch technologische und soziale Innovationen auf ein neues Niveau, um Energiearmut in Österreich nachhaltig zu bekämpfen und den Verwertungsgrad gespendeter Energie wesentlich aufzuwerten.

Laut einer aktuellen EU-SILC-Umfrage können sich 4 % der Österreicher:innen nicht leisten, ihre Wohnung angemessen warmzuhalten. Das entspricht rund 360.000 Personen und zeigt, dass Energiearmut auch in einem wohlhabenden Land wie Österreich weit verbreitet ist. Besonders vulnerable Gruppen sind vielfach von der Energiewende ausgeschlossen und speziell von Energiearmut betroffen.

Enixi (mit energiespenden.at) und Robin Powerhood sind Pioniere im Bereich der Energiespenden und haben bereits eine österreichweite Energiegemeinschaft etabliert, um überschüssige Energie an bedürftige Haushalte zu spenden. Das aktuelle Modell ist erfolgreich im Einsatz: Seit dem Start 2023 wurden 400 MWh Strom gespendet – eine Hilfsleistung im Wert von rund 100.000 Euro. Zudem hat sich die Zahl der Spender:innen in den letzten acht Monaten vervierfacht. Der hohen Spendenbereitschaft stehen jedoch strukturelle Grenzen gegenüber: Bisher werden Erzeugung und Verbrauch im Viertelstundenraster gegengerechnet. Überschüsse können nicht vollständig genutzt werden, und Restbedarf wird vom regulären Stromanbieter bezogen. Eine Vollversorgung ist so nicht möglich.

Energiespenden 2.0 verbindet die bestehende Plattform mit dem Marktplatz-Know-how von OurPower, bedarfsgerechten Technologien, neuen regulatorischen Möglichkeiten und sozialer Innovation. Energiespenden 2.0 entwickelt die sozialen, ökonomischen und technischen Innovationen, um den Impact von Energiespenden kategorisch zu erhöhen.

Aus sozialer Sicht ist es wichtig, die Bedürftigen besser zu erreichen. Dazu werden barrierefreie Anmeldeprozesse entwickelt und Maßnahmen zur Inklusivität und zum Empowerment erarbeitet. Auf Akzeptanz und Multiplikator-Effekte wird dabei besonderer Wert gelegt, um den größtmöglichen Impact zu erzielen.

Parallel wird auf ökonomischer Ebene ein Dienstleistungs- und Abrechnungsmodell für Gebietskörperschaften entwickelt, neue Verwertungs- und Finanzierungswege für Energiespenden werden ausgelotet und ein Geschäftsmodell für ein soziales Energieversorgungsunternehmen konzipiert.

Auf technischer Ebene werden die Aggregation ungenutzter Energieüberschüsse zur Maximierung des Verwertungsgrades, die Marktteilnahme zur Bündelung des Reststromeinkaufs als Einkaufsgemeinschaft sowie die Standardisierung von Schnittstellen zur Unterstützung automatisierter Prozesse behandelt.

Das Projekt verfolgt das Ziel, Energiearmut in Österreich messbar und dauerhaft zu reduzieren, den Zugang zu leistbarer und nachhaltiger Energie für alle Menschen zu ermöglichen und, ganz konkret, den Verwertungsgrad von Energiespenden von derzeit 55 % auf nahezu 100 % zu steigern und das Potenzial zur Teilnahme von mehreren zehntausend österreichischen Haushalten und jährlichen Spendenmengen im zweistelligen GWh-Bereich zu erschließen.

 
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