Albus E-Bus am Gaisberg (c) Albus Salzburg/Scheinast.com
Albus E-Bus am Gaisberg (c) Albus Salzburg/Scheinast.com

Intelligentes Lademanagement für wachsende E-Bus-Flotten

Wie lassen sich wachsende E-Bus-Flotten zuverlässig und energieeffizient betreiben? Das Forschungsprojekt OptiChargE begleitete die Elektrifizierung des Salzburger Linienverkehrs bei Albus und entwickelte ein intelligentes Lademanagement. Im 13-monatigen Pilotbetrieb konnten Lastspitzen um bis zu 75 Prozent reduziert werden. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für den weiteren Ausbau elektrischer Busflotten.

Die Umstellung von Dieselbussen auf batterieelektrische Fahrzeuge erfordert mehr als neue Antriebe und Ladeinfrastruktur. Auch Energieversorgung, Software, Daten und betriebliche Abläufe müssen aufeinander abgestimmt sein. Wie das in der Praxis gelingt, untersuchte Salzburg Research gemeinsam mit Albus Salzburg Verkehrsbetrieb GmbH, EQOS Energie Österreich GmbH und Consilio Information Management GmbH im Forschungsprojekt OptiChargE.

Unter der Leitung von Salzburg Research entwickelte das Forschungsteam ein integriertes Lademanagement, das Fahrzeug-, Lade-, Betriebs- und Infrastrukturdaten zusammenführt und Ladevorgänge optimiert. Die Lösung wurde über 13 Monate im laufenden Betrieb getestet und weiterentwickelt. In diesem Zeitraum wuchs die elektrische Busflotte von sieben auf 58 Fahrzeuge, die Zahl der Ladepunkte stieg von 20 auf 56.

„Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Elektrifizierung von Busflotten weit mehr ist als der Austausch des Antriebs. Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, Energieversorgung, Daten, Software und betriebliche Abläufe müssen als Gesamtsystem betrachtet werden“, erklärt Cornelia Zankl von Salzburg Research, die das Projekt leitete.


Bis zu 75 Prozent geringere Lastspitzen

Ein wesentliches Ziel war es, die verfügbare elektrische Leistung effizient auf die Busse zu verteilen, ohne deren Einsatzbereitschaft zu gefährden.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Vorteile: Gegenüber einer ungesteuerten Ladestrategie, bei der alle Busse sofort mit maximaler Leistung geladen werden, reduzierte das intelligente Lademanagement die monatlichen Lastspitzen um rund 55 bis 75 Prozent. Daraus ergab sich über den Pilotzeitraum eine rechnerische Einsparung von rund 80.000 Euro bei leistungsabhängigen Netzleistungskosten.

Auch gegenüber einer einfachen zeitgesteuerten Ladestrategie konnten die Lastspitzen meist um weitere 15 bis 35 Prozent gesenkt werden.


Daten und Betriebssicherheit als Erfolgsfaktoren

Die Praxiserfahrungen verdeutlichen, wie wichtig verlässliche Daten, standardisierte Schnittstellen und die Integration bestehender IT-Systeme sind. Gleichzeitig muss die Betriebssicherheit jederzeit gewährleistet bleiben. Monitoring, automatische Alarmierungen und manuelle Eingriffsmöglichkeiten sind dafür entscheidend.

Auch die Abstimmung zwischen Fahrbetrieb und Energieversorgung bietet Optimierungspotenzial. Durch angepasste Disposition und gezielte Zwischenladungen lässt sich beispielsweise selbst erzeugter Photovoltaikstrom besser nutzen.

Weitere Analysen ergaben, dass Wetterbedingungen und Verkehrslage den Energieverbrauch der E-Busse stärker beeinflussen als der individuelle Fahrstil.


Empfehlungen für die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs

Die Erkenntnisse aus OptiChargE zeigen, dass Verkehrsunternehmen die Elektrifizierung ihrer Flotten als integrierten Planungsprozess betrachten sollten. Bewährt hat sich ein stufenweiser Ausbau, bei dem betriebliche Erfahrungen laufend in die Weiterentwicklung einfließen.

Gleichzeitig sollten langfristige Anforderungen an Netzanschluss, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung bereits vor der Umstellung berücksichtigt werden. Die Forschungsergebnisse bieten damit praxisnahe Handlungsempfehlungen für Verkehrsunternehmen, die ihre Busflotten elektrifizieren oder weiter ausbauen möchten.

Der vollständige Ergebnisbericht ist auf der Projektseite OptiChargE verfügbar.

Das Forschungsprojekt „OptiChargE – Optimised and automated charging management for battery electric bus fleets“ lief von Februar 2024 bis September 2026 und wurde im Rahmen des Programms Zero Emission Mobility durch den Klima- und Energiefonds gefördert und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt.

Mehr Information:

Kontakt

CORNELIA ZANKL
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
T: +43/662/2288-317 |
Salzburg Research Forschungsbereich(e):
Salzburg Research Forschungsschwerpunkt(e):
 
Newsletter
Erhalten Sie dreimal jährlich unseren postalischen Newsletter sowie Einladungen zu Veranstaltungen. Kostenlos abonnieren.

Kontakt
Salzburg Research Forschungsgesellschaft
Jakob Haringer Straße 5/3
5020 Salzburg, Austria
Top