Digitale Innovationen für touristische Themenwege - Salzburg Research Forschungsgesellschaft

Digitale Innovationen für touristische Themenwege

2014-12-05:

Durch den Zusammenschluss von mehreren kulturellen Sehenswürdigkeiten und Regionen zu einer „Kultur- oder Naturroute“ wird nachhaltiger Tourismus gefördert. Neben herkömmlichen Buchungs- und Logistikinformationen spielt für derartige Themenwege immer mehr das Erlebnis an sich eine Rolle. Salzburg Research demonstrierte Möglichkeiten, wie kulturelles Erbe und historisches Wissen mit Hilfe von mobilen Technologien und sozialen Medien multimedial, kreativ und sinnvoll vermittelt werden kann.

certess europeancommission interreg

Das dreijährige EU-Forschungsprojekt CERTESS (2012 – 2014) unterstützt die methodische Entwicklung, das Management sowie die Verbesserung und den Ausbau europäischer Kulturstraßen. Damit soll nachhaltiger Tourismus gefördert werden. Insgesamt forschten 14 Partnerinstitutionen aus 12 verschiedenen Ländern rund um dieses Thema. Die Aufgaben von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft konzentrierte sich auf Möglichkeiten, wie kulturelles Erbe und historisches Wissen mit Hilfe von mobilen Technologien und sozialen Medien multimedial, kreativ und sinnvoll in derartigen Themenwegen vermittelt werden kann.

Digitales Erlebnis fördert den Kulturtourismus

sas_phone_neuDie neuen mobilen Technologien ermöglichen das Erfahren von Hintergrundinformation mit allen Sinnen, historisches Wissen kann spielerisch vermittelt werden. „Am Beispiel des Weitwanderweges SalzAlpenSteig zeigen wir ein Konzept und Test-Applikation, was für diesen oder Natur- und Kulturrouten umgesetzt werden könnte“, erläutert Projektleiterin Veronika Hornung-Prähauser von Salzburg Research. Wechselnde Bildüberlagerungen und Zeitreiseleisten bringen historische Ansichten mit der aktuellen Situation in Bezug. Video- und Audiodateien und jede Menge Information rund um Salzgewinnung, -transport und -handel sowie typische Bräuche und Traditionen vermitteln historischen Kontext. Digitale Spiele laden Einheimische und Tourist/-innen ein, spielerisch auf Entdeckungsreise zu gehen. Das persönliche Netzwerk wird einbezogen indem Routenbilder oder digitale, historische Postkarten versendet werden. „Wir haben drei Etappen prototypisch umgesetzt, um verschiedene Möglichkeiten für spielerische Vermittlung von Wissen und Interaktion zu demonstrieren“, sagt die Salzburger Forscherin Hornung-Prähauser.

Kultur- und Naturtourismus sind kein Widerspruch

Eineder zentralen Erkenntnisse aus dem Projekt CERTESS ist, dass sich Kultur- und Naturtourismus nicht widersprechen. „Es ist kein entweder – oder, sondern ein sowohl als auch. Speziell mit Hilfe von klug und kreativ eingesetzter Informationstechnologie lässt sich sehr viel Kulturwissen auch an kulturinteressierte Wanderer vermitteln“, ist Veronika Hornung-Prähauser überzeugt. „Konzepte wie Gamification und der Community-Ansatz sind auch aus diesen Themenbereichen nicht mehr wegzudenken!“

Management von Kulturstraßen: Lernen von anderen

sas_tablet_home_1Im EU-Projekt CERTESS wurden in den vergangenen Jahren regionale und europäische Kulturrouten intensiv unter die Lupe genommen. Ziele waren die Sammlung und Präsentation von Best-Practice-Beispielen, die Umsetzung von Pilotprojekten mit innovativen Methoden, die Entwicklung eines Management-Handbuchs zur Umsetzung von Kooperationen und Netzwerken europäischer Themenwege und Naturrouten.
Interessierten Touristikerinnen und Touristikern steht eine kostenlose, öffentliche Wissensbasis zur Verfügung. Darin findet sich eine umfangreiche Sammlung von Arbeitshilfen rund um die Entwicklung und das Management von Kulturrouten.
Wissensdatenbank: certess.culture-routes.lu/db-search

Spezial-Session beim 10. Brennpunkt eTourismus

Beim 10. Brennpunkt eTourismus Ende Oktober an der FH Salzburg organisierte das Salzburger CERTESS-Projektteam eine Spezial-Session mit dem Thema „Kulturstraßen und Naturwege anders erleben – 2.0″. Zahlreiche Salzburger Touristikerinnen und Touristiker informierten sich über Herausforderungen und digitale Möglichkeiten bei derartigen Kooperationen. Nachbericht siehe: srfg.at/brennpunkt10

Informationen zum Projekt CERTESS:

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Ansprechperson

Veronika Hornung-Prähauser
T: +43/662/2288-405,
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
Jakob Haringer Straße 5/3, A-5020 Salzburg