SecureRouting – Sicheres Routing unter Verwendung von Unfallhäufungsund Wetterdaten

Im Projekt „SecureRouting“ werden die für die Routenberechnung üblichen Attribute Fahrzeit, Distanz und Wirtschaftlichkeit um ein zusätzliches erweitert: „SICHERHEIT“.

Im Projekt „SecureRouting“ werden die für die Routenberechnung üblichen Attribute Fahrzeit, Distanz und Wirtschaftlichkeit um ein zusätzliches erweitert: „SICHERHEIT“.

Gegenwärtig werden bereits Services angeboten, die die Wetterlage während der Fahrt angeben. Auf die konkrete Routenplanung hat sie aber keinen Einfluss. Dasselbe gilt für Angebote, die über den Zustand der zu befahrenen Straßen Auskunft geben. Unfallmeldungen werden nur dann berücksichtigt, wenn die Umfahrung einer aktuellen Unfallstelle schneller zum Zielort führt als auf der ursprünglichen Strecke zu bleiben. Nicht einbezogen wird dabei das Risiko, selbst in einen Unfall zu geraten, da die Route z.B. über eine Unfallhäufungsstelle führt oder sich in der kalten Jahreszeit Glatteis entwickelt hat.

Um diese Aspekte in ein Routing-Service zu integrieren, wurden für „Secure Routing“folgende Ziele gesetzt: Zunächst die Analyse und Identifikation von Datenquellen als Basis für sicheres Routing. Im Speziellen werden dabei Unfallhäufungs-, Sensor- und Wetterdaten untersucht. Daraus entsteht eine Datenbasis zur Beurteilung der Sicherheit auf einer Route. Um im Folgenden ein Verfahren zur Berechnung von sicheren Routen zu entwickeln, das die üblichen Routenattribute mit Sicherheit verbindet, muss eine geeignete Bewertungsfunktion gefunden werden. Schlussendlich wird ein technisches Konzept für ein solches Routingservice entworfen. Zusätzlich werden aus dem Projektverlauf Empfehlungen für die Umsetzung und Implementierung von diesem Service ausgearbeitet.
SecureRouting kommt vor allem folgenden Zielgruppen zugute:

  • Familien und ältere Mitmenschen sind oft vorsichtiger im Straßenverkehr und um mehr Sicherheit bemüht, weshalb sie auch eher bereit sind, einen Umweg in Kauf zu nehmen, um damit das Unfallrisiko auf ihrer Strecke zu verringern.
  • Versicherungen profitieren von Klienten, die das Service nutzen, da damit potenziell weniger Schadensfälle auftreten.
  • Speditionen, die sich bereit erklären nur noch Routen zu befahren, die ein Unfallrisiko unter einem bestimmten Schwellwert besitzen, können günstigere Versicherungstarife aushandeln. Außerdem können Einsparung bei Fahrzeugreparaturen gemacht werden.
  • Bei Gefahrguttransporten ist durch die Nutzung des Service eine sicherere Überführung des Transportguts möglich.

 

Das Projekt SecureRouting wird von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft als Konsortialführer geleitet. Als Datengrundlage werden u.a. INCA-Daten (Integrated Nowcasting through Comprehensive) der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik benutzt. Dabei handelt es sich um Wetterprognosen, die mit Hilfe einer hochauflösenden Analyse von Wetterparametern erstellt werden und in einem Raster von 1 km-Gitter und einer zeitlichen Auflösung von 15 Minuten vorhanden sind. Die einzubeziehenden Unfall- und Straßendaten werden vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zur Verfügung gestellt. Besonders auf Unfallhäufungsstellen soll dabei Rücksicht genommen werden. Die Firma PRIMEBIRD GMBH ist für die technische Spezifikation eines Routing-Service hauptverantwortlich.