RoboGen: Gendersensitive Interaktion mit sozialen Robotern

RoboGen entwickelt einen Prototyp mit einem lernenden Agenten, der über Feedback von den NutzerInnen gendersensitive Optionen für alle NutzerInnen zugänglich macht und auf diese Weise eine gendersensitive Mensch-Roboter-Interaktion und damit ein hohes Maß an Personalisierung ermöglicht.

Derzeit verweisen Genderthemen zur Mensch-Roboter-Interaktionen zumeist auf Stereotype. Wesentlich aus einer Genderperspektive ist jedoch, dass Gender und Technologie in einem wechselseitigen, flexiblen und formbaren Verhältnis zueinander stehen. RoboGen entwickelt einen Prototyp mit einem lernenden Agenten, der über Feedback von den NutzerInnen gendersensitive Optionen für alle NutzerInnen zugänglich macht und auf diese Weise eine gendersensitive Mensch-Roboter-Interaktion und damit ein hohes Maß an Personalisierung ermöglicht. NutznießerInnen sind SeniorInnen und Menschen mit chronischen Erkrankungen, denen RoboGen es ermöglicht, länger selbstständig im häuslichen Umfeld zu bleiben bzw. sich selber besser in ihrer Erkrankung versorgen zu können.

Das Hauptmerkmal von sozialen Robotern ist die Fähigkeit auf „natürliche“ Weise und mit sozialen Verhaltensweisen mit Menschen zu interagieren, wobei sie soziale Signale von Menschen vermehrt verstehen und darauf entsprechend reagieren können. Da Roboter nicht nur interaktive, sondern vor allem, autonome und adaptive Systeme sind, fördern sie besonders die Wahrnehmung als soziale Akteure und eigenständige Entitäten. Derzeit verweisen Genderthemen zur Mensch-Roboter-Interaktion zumeist auf Stereotype. Doch dies verfestigt Stereotype und lässt keinen Raum für Differenzen, Vielfalt oder Heterogenität innerhalb der jeweiligen Gruppe zu. Wesentlich ist, dass besonders sensibel mit Gender-Stereotypen umgegangen werden muss, um diese weder bewusst noch unbewusst auf die neue Technologie zu übertragen. Vielmehr sollen Gender und Technologie in einem wechselseitigen, flexiblen und formbaren Verhältnis zueinander stehen.

Das Ziel in RoboGen ist die Entwicklung eines Prototypen mit einem lernenden Agenten, der über Feedback von NutzerInnen gendersensitive Optionen für alle NutzerInnen zugänglich macht und derart eine gendersensitive Mensch-Roboter-Interaktion ermöglicht. Die NutznießerInnen sind SeniorInnen mit 50+ und Menschen mit chronischen Erkrankungen (beispielhaft an Diabetes und Bluthochdruck). Technologisch liegt der Fokus des Projektes auf neuen, niedrigpreisigen sozialen Robotern (~ € 1.000), die die zur Zeit auf den Markt kommen und auch für „NormalbürgerInnen“ leistbar werden.

Dazu gliedert sich das Projekt in folgende Abschnitte:

  • Analyse von Genderaspekten, die für die Mensch-Roboter-Interaktion relevant sind – wobei die Analyse technologische, psychosoziale sowie rechtlich-ethische Aspekte umfasst und durch Benutzerbefragungen ergänzt wird.
  • Interaktions-Szenarien – Entwicklung von gendersensitiven Interaktions-Szenarien mit sozialen Robotern für zwei Anwendungsfälle (mit SeniorInnen und Menschen mit chronischen Erkrankungen).
  • Implementierung eines lernenden Agenten – wobei Ergebnisse aus dem EU-Projekt POWER2DM des Partners Salzburg Research zu Interaktionen im Kontext von Techniken zu Verhaltensänderungen und Selbstmanagement verwendet und um einen lernenden Agenten erweitert werden, der sich an den Genderpräferenzen des/der NutzerIn orientiert und so ein hohes Maß an Personalisierung ermöglicht, um insbesondere die Akzeptanz solcher Systeme zu erhöhen.
  • Evaluierung und Empfehlungen – Evaluierung des Prototypen in den zwei oben erwähnten Anwendungsfällen in Fokusgruppen AnwenderInnen und Testungen mit Experten. Auf Basis der gesammelten Projektergebnisse werden Empfehlungen für eine gendersensitive Mensch-Roboter-Interaktion abgeleitet.

Die Projektergebnisse werden in einem abschließenden Workshop interessierten Organisationen vorgestellt und mit ihnen diskutiert, mit dem Ziel die Erkenntnisse auf weitere Anwendungsbereiche auszudehnen.