RescueNet – Dynamische Fluchtwegekennzeichnung

Das Projekt RescueNET sondierte eine neue und innovative Lösung im Bereich der Fluchtleitsysteme. Je nach Gefahrensituation wird der beste Fluchtweg dynamisch angezeigt. RescueNET ist ein strategischer Beitrag für ein dynamisches Rettungsmanagement in kritischen Infrastrukturen, z.B. Flughäfen.

Bis heute verlässt man sich auf statische Fluchtwegekennzeichnungen. Diese beruhen auf standardisierten Bedrohungsszenarien und überlassen den Menschen in den ersten Minuten ihrer „Flucht“ sich alleine, ohne eine aktive Hilfestellung zu geben.

Aktuelle Studien ergeben, dass z.B. behinderte oder ältere Menschen bei einer Flucht akute Nachteile gegenüber nicht beeinträchtigten Personen haben. Ebenso sind die immer komplexer werdenden Infrastrukturen ein Problemfaktor geworden. Man findet einfach nicht mehr selbstständig aus einem großen Gebäude hinaus, selbst wenn man nicht unter Stress steht.

In Notfallsituationen rasch und richtig reagieren können
Ein weiterer Faktor sind die immer mehr ins Blickfeld rückenden terroristischen Szenarien, die ein Vielfaches komplexer als herkömmliche Notfallsituationen sind. Insbesondere bei solchen Schadensereignissen ergeben sich nicht nur Fragen nach schneller Situationserfassung und passenden Reaktionsmöglichkeiten sondern auch nach Verantwortlichkeiten und Haftbarkeit für Folgeschäden. Empfindliche Störungen einer kritischen Infrastruktur übersteigen oftmals die Erfassungs- und Handlungsmöglichkeit von privaten, ja sogar von staatlichen Akteuren. Eine mögliche Lösung für diese Problematik könnte die Sondierung des Systems „Flexit“ zur dynamischen Fluchtwegelenkung aufzeigen.

Dynamisches Rettungsmanagement
RescueNET soll die einzigartige Chance nutzen, eine neue und innovative Lösung im Bereich der Fluchtleitsysteme zu sondieren. Die vorgeschlagene Maßnahme soll einen strategischen Beitrag bei der Anwendung eines dynamischen Rettungsmanagements in kritischen Infrastrukturen (z. B. einem Flughafen) leisten. Ein österreichisches Unternehmen hat ein derartiges innovatives System entwickelt und patentiert. Die Auszeichnungen und Bedarfsanmeldungen des Prototypen gehen bereits über Europa hinaus. Um eine möglichst schnelle Markt und Betreiberpenetration zu erreichen, ist es erforderlich, die innovative technische Leistung mit Know-how für den realen Einsatzfall zu stärken.

Noch offene Punkte betreffen:

  • Vernetzung für Konsortienfindung
  • Machbarkeitsaspekt
  • Technologietransfer
  • Standardgenerierung

Durch eine breit angelegte Analyse werden die Faktoren Mensch und Staat besser berücksichtigt. Dazu werden sozialwissenschaftliche, psychologische und rechtliche Aspekte untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Flughafen Linz wird mit Hilfe von Rapid Prototyping das System demonstriert. Eine essentielle Maßnahme innerhalb einer kritischen Infrastruktur im Falle eines Anschlags, eines größeren Unfalls oder auch nur bei signifikanter Bedrohung ist, die Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen. So muss jedes öffentliche Gebäude schon heute über ein Fluchtwegeschema, eine geeignete Kennzeichnung und passende Einrichtungen verfügen. Jedoch sind Evakuierungsschemata aus Gebäuden schon seit mehr als 50 Jahren fast völlig unverändert geblieben.

Neben den genannten Projektpartnern beteiligen sich auch Quantronic GmbH Berchtesgaden, die Feuerwehr Salzburg und der Flughafen Linz an RescueNet.