KoPaS – Kooperatives Parken in Städten

KoPaS entwickelt und testet erstmals in Österreich C-ITS-Dienste für das städtische Parken. Ziel ist es, Verkehrsteilnehmende durch intelligente, vernetzte Parkinformationen zu unterstützen, Parksuchverkehr zu reduzieren und umweltsensitive Parkleitstrategien in Städten wie Graz, Klagenfurt und Salzburg umzusetzen.

Das Projekt KoPaS (Kooperatives Parken in Städten) konzipiert, entwickelt und evaluiert erstmalig C-ITS-Dienste für städtisches Parken in Österreich.

Unter C-ITS werden kooperative intelligente Verkehrssysteme auf Basis des Standards ETSI ITS-G5 verstanden, bei denen standardisierte Nachrichten (Verkehrsinformationen) direkt zwischen C-ITS-fähigen Fahrzeugen oder zwischen der Infrastruktur (straßenseitige Sende- und Empfangseinheiten) und C-ITS-fähigen Fahrzeugen ausgetauscht werden.

2024 wurde ein Service zur Übertragung von Parkinformationen, das sogenannte POIM-PA-Service (Point-of-Interest-Message – Parking Availability) standardisiert. Derzeit wird das POIM-PA-Service vor allem für das Truck Parking verwendet.

Im Projekt KoPaS werden städtische C-ITS Use Cases entwickelt und evaluiert und insbesondere die Frage beantwortet, wie städtische Parkinformationen dazu beitragen können, um Verkehrsteilnehmer:innen über Parkleitstrategien bzw. verfügbare Parkflächen sowie deren konkrete Nutzungsbedingungen und Verfügbarkeiten zu informieren. Dies soll zu einer Reduktion des Parksuchverkehrs in Städten bzw. zur Umsetzung von umweltsensitiven Parkleitstrategien beitragen.

Das Projekt KoPaS verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Um Informationen zu Parkplätzen und Parkflächen sowie deren Nutzungsbedingungen und Verfügbarkeiten bereitstellen zu können, müssen diese zuerst als Parkflächenkataster in maschineninterpretierbarer Form vorliegen. KoPaS untersucht unterschiedliche Ansätze, einen Parkflächenkataster einer Stadt zu erstellen: (1) Ableitung aus einem bestehenden Verkehrszeichenkataster und (2) Ableitung aus einem Verkehrszeichen- und Bodenmarkierungsdatensatz, der (teil-)automatisiert aus einer Befahrung mit einem Mobile Mapping-Fahrzeug generiert wird.

Um (dynamische) Verfügbarkeitsinformationen für Parkflächen zu generieren werden in KoPaS zusätzlich zu bestehenden Methoden mit straßenseitiger Sensorik ebenfalls zwei innovative Ansätze auf Basis von fahrzeugseitiger Sensorik untersucht:

(1) Ableitung von Ein- und Ausparkvorgängen aus C-ITS CAM-Nachrichten und
(2) Erfassung von Verfügbarkeiten mit kostengünstigen Kameras aus vorbeifahrenden Fahrzeugen.

Im Bereich der Informationsgenerierung wird ein Verkehrsteilnehmer:innen-zentrierter, hierarchischer Ansatz verfolgt, der Verkehrsteilnehmer:innen auf dem Weg in die Stadt

  1. Informationen zu Parkleitstrategien bzw. zur allgemeinen Parksituation in der Stadt,
  2. Informationen zur Parksituation in einem Stadtteil,
  3. Informationen zur Parksituation bzw. zu Nutzungsbedingungen auf einem Straßenabschnitt bzw. auf einem konkreten Parkplatz und
  4. Informationen zu den Nutzungsbedingungen auf einer konkreten Parkfläche vorsieht.

Dafür werden (1) spezifische C-ITS Use Cases auf Basis des POIM-PA-Services entwickelt und in die internationale Harmonisierung eingebracht sowie (2) Informationsstrategien und Visualisierungskonzepte auf Basis von umweltsensitiven Parkleitstrategien in einem Stakeholder:innenprozess entwickelt und evaluiert.

Die Demonstration der Konzepte erfolgt in den Städten Graz, Klagenfurt und Salzburg. Die Informationsstrategien und Visualisierungskonzepte werden in einer Labor-Studie mit einer repräsentativen Gruppe an Verkehrsteilnehmer:innen mit Hilfe von simulierten Daten evaluiert und auf ein Stadtgebiet hochgerechnet. Aus den Ergebnissen des Proof-of-Concepts werden Empfehlungen für die weitere Umsetzung in Städten abgeleitet.

 
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Salzburg Research Forschungsgesellschaft
Jakob Haringer Straße 5/3
5020 Salzburg, Austria