EmoMap - emotionale Raumwahrnehmung in Navigationssystemen für Fußgänger/-innen - Salzburg Research Forschungsgesellschaft

EmoMap – emotionale Raumwahrnehmung in Navigationssystemen für Fußgänger/-innen

Jeder Mensch nimmt den urbanen Raum anders wahr. Manche Orte werden als unsicher empfunden, andere als besonders schön. Diese Wahrnehmung ist subjektiv und von Emotionen des Menschen beeinflusst. Im Projekt EmoMap werden derartige Informationen durch eine Community erhoben und in einer offenen Datenbank abgelegt. Auf diese kann dann zugegriffen werden, z.B. um Navigationssysteme für Fußgängerinnen zu verbessern.

Das Forschungsgebiet emotional mapping beschäftigt sich damit, subjektive Raumwahrnehmung zu erfassen und daraus Emotionskarten abzuleiten. Dies geschieht im Allgemeinen durch Befragung einer Gruppe von Testpersonen zu einer Stadt und anschließender Ableitung einer gemittelten Karte.

Für das Projekt EmoMap wird der Ansatz der volunteered geographic information (VGI) gewählt, um die emotionale Wahrnehmung der Stadt mit Hilfe einer Web-2.0-Community zu erheben. Die Daten sollen mit modernen Mobiltelefonen direkt vor Ort erfasst werden. Im Vergleich zu konventionellen Methoden hat dies den Vorteil, dass die entstehenden Daten sehr viel kleinräumiger gesammelt werden können, d.h. es wird nicht einem ganzen Gebiet eine Emotion zugewiesen, sondern nur einem Punkt. Darüber hinaus müssen nicht die Daten vieler Nutzer/-innen aggregiert werden, sondern können für die weitere Verwendung unabhängig von den Daten anderer Nutzer/-innen gespeichert werden. Dies erlaubt die Ableitung von Nutzer/-innen/gruppen und ihren Raumwahrnehmungen, z.B. bestimmte Gruppen empfinden einen Ort als unsicher. Mit diesen Informationen können adaptive Services zur Mobilitätsunterstützung entwickelt werden. Im Rahmen des Projekts EmoMap wird als beispielhafte Anwendung untersucht, wie der zuvor erfasste „emotionale Layer“ in der Routenberechnung in Fußgänger/-innen-Navigationssystemen berücksichtigt werden kann. Anschließend werden die entwickelten Methoden hinsichtlich der wissenschaftlichen Hypothese getestet. Diese geht davon aus, dass sich die Nutzerzufriedenheit durch Berücksichtigung emotional gefärbter Geodaten erhöhen lässt.

Die für EmoMap gesammelten, emotional gefärbten Geodaten werden unter Berücksichtigung der Datenschutzproblematik in einer offenen Online-Datensammlung (OpenEmotion-Map.org) abgelegt und stehen dort für andere Projekte zur Verfügung bzw. können durch die Community weiterhin ergänzt und ausgebaut werden.