Instandhaltungskonferenz attestiert Digital Twins eine hohe Relevanz - Salzburg Research Forschungsgesellschaft

Instandhaltungskonferenz attestiert Digital Twins eine hohe Relevanz

Am 13. November 2018 fand zum 5. Mal die österreichische  Instandhaltungskonferenz statt. Die Organisatoren – FACTORY und dankl+partner consulting – freuten sich über eine Rekord-Beteiligung und konnten über 300 TeilnehmerInnen in der voestalpine Stahlwelt begrüßen. Damit entwickelte sich die Konferenz zu einer der größten Instandhaltungs-Veranstaltungen im deutschen Sprachraum. Die Aufgabe von Salzburg Research bei der Instandhaltungkonferenz umfasste zwei Aspekte:

Digital Twins und Datenkompetenzen bildeten das Thema der Break-out Session

Einerseits wiesen wir auf das eben erschienene White PaperDie digitale Transformation der Instandhaltung“ hin. Andererseits gestaltete Georg Güntner (Salzburg Research) gemeinsam mit Jutta Isopp (Messfeld GmbH) eine Break-out Session zum Thema Digital Twins und Datenkompetenzen. Dabei ging es darum, ein Bewusstsein für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und den Nutzen von Digital Twins in der Instandhaltung zu schaffen. Parallel dazu ermittelten wir die Relevanz von Digital Twins für die Prozesse der Instandhaltung. Dies gab uns wertvolle Hinweise für die Ausrichtung unserer Aktivitäten und die Forschungsarbeit im Digitalen Transferzentrum Salzburg (DTZ) im Themenfeld „Digital Twin“.

Die Rolle der Digital Twins

Die Besucher/-innen der Break-out Session waren durch die davor gehaltenen Vorträge schon auf das Thema „Digital Twin“ eingestimmt:

  • Manfred Damman vom Industriedienstleister Bilfinger SE stellte Software-Werkzeuge vor, mit denen Digital Twins für Bestandsanlagen durch eine Kombination von Dokumentation und Lebenszyklus-Informationen realisiert werden können. Dabei kommen auch „Reverse-Engineering“ Konzepte zum Einsatz, bei denen ein 3D-Scan von Bestandsanlagen erstellt wird. Ein Asset-Portal ermöglicht es anschließend, dem dreidimensionalen Modell der Anlagen Dokumente, Zeichnungen und Echtzeit-Messdaten zuzuordnen. Nach Ansicht des Referenten bilden Digital Twins eine der wesentliche Voraussetzung für zukunftsorientierte Asset Management- und Predictive Maintenance Konzepte.
  • Digital Twins erfordern System-Integration

    David Moosbrugger vom Vorarlberger Kranhersteller Hans Künz GmbH und Michael Breitenbrücker vom Startup Senseforce GmbH demonstrierten live die Verwendung einer IoT-Plattform für die Überwachung von Krananlagen, die über die ganze Welt verteilt im Einsatz sind. Dabei geht es nicht nur um permanente Überwachung der Betriebszustände der Anlagen mit Hilf von Digital Twins, sondern auch um die vorausschauende Einsatz- und Instandhaltungsplanung des Service-Personals: Im „digitalen Cockpit“ des Kranherstellers lassen sich Abweichungen und drohende Ausfälle rechtzeitig „aus der Ferne“ vorhersagen, aber auch Service-Einsätze vor Ort anleiten.

  • Ein ähnliches Anwendungsszenario für Digital Twins präsentierte Patrick Dietz von der Coburger Kaeser Kompressoren GmbH: Der mit Hilfe der „Engineering Base“ der Aucotec AG realisierte Digital Twin von Druckluft-Kompressoren ermöglicht die intelligente Fernsteuerung und die Echtzeitüberwachung der Kompressoren. Es sei, so Dietz, durch den digitalen Zwilling nur mehr ein kleiner Schritt zu einem Geschäftsmodell, in dem Druckluft anstelle von Kompressoren verkauft werde.

Die Relevanz von Digital Twins in der Instandhaltung

Einschätzung der Relevanz von Digital Twins in der Instandhaltung

Im Rahmen der Break-out Session stellte Georg Güntner zunächst die Rollen und Einsatzmöglichkeiten von Digital Twins in der Instandhaltung und im Asset Management vor (siehe obige Abbildung „Digital Twins erfordern Systemintegration“ bzw. die Präsentation dazu). Der Koordinator des Maintenance Competence Centers (MCC) bat danach die Teilnehmer/-innen um ihre Einschätzung der Relevanz von digitalen Zwillingen in unterschiedlichen Integrationsbereichen. Das Ergebnis dieser Momentaufnahme attestiert den Digital Twins eine hohe Relevanz in praktisch allen Integrationsbereichen (siehe Abbildung rechts). Es ermutigt die Salzburger  Forscher, ihre Arbeit über den Einsatz von Digital Twins im Anlagen-Lebenszyklus (Asset Management) zu vertiefen.

 

 

Georg Güntner

Georg Güntner ist Leiter des Kompetenzschwerpunkts „Industrial Internet“ und stellvertretender Leiter der Forschungslinie „Internet of Things“ bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft. Die Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit liegen im Bereich der Begleit- und Akzeptanzforschung von Internet-Technologien und des Internets der Dinge in Produktions- und Instandhaltungsunternehmen. Er koordiniert die Meetup-Gruppe "IoT Salzburg" und das "Maintenance Competence Center", ein Anlaufstelle für Forschung, Entwicklung und Innovation in der Instandhaltung. In seinen jüngsten Projekten beschäftigte er sich mit den Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Instandhaltungsbranche ("Instandhaltung 4.0") sowie mit der digitalen Transformation durch Industrie 4.0 und neue Geschäftsmodelle ("I40-Transform"). Zudem koordiniert er das Innovationsnetzwerk „i-Maintenance“.


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Salzburg Research Forschungsschwerpunkt(e): Publiziert am 26. Nov 2018