V.l.n.r.: Franz Feichtner, Katharina Reich, Gregory Fretz, Daniela Gutschi, Thomas Gamsjäger, Köksal Baltaci, Foto: Katharina Schiffl

Krankenhausversorgung zu Hause: Chancen für Salzburg

Patient zu Hause auf Spitalsniveau versorgen und zugleich Krankenhäuser entlasten: Dieses Potenzial bietet das Versorgungskonzept Hospital@Home. Bei den Technology Talks Austria 2026 diskutierten Fachleute aus Gesundheit, Forschung und Politik über Chancen, Voraussetzungen und mögliche nächste Schritte für die Umsetzung in Österreich. Salzburg könnte dabei eine Modellregion werden.

Spitalsversorgung in den eigenen vier Wänden

Hospital@Home ermöglicht es geeigneten Patient, medizinische Leistungen auf Spitalsniveau im eigenen Zuhause zu erhalten. Telemedizin, Telemonitoring und Sensorik können die Versorgung dabei unterstützen. Das Konzept versteht sich nicht als Ersatz für das Krankenhaus, sondern als Ergänzung für Patient, bei denen eine Behandlung zu Hause medizinisch und psychosozial sinnvoll ist.

In der Diskussion bei den Technology Talks Austria wurde das Potenzial als beträchtlich eingeschätzt: Rund zehn Prozent der Patient könnten demnach bereits heute für eine solche Versorgung infrage kommen. Perspektivisch könnte dieser Anteil auf 20 bis 25 Prozent steigen.

Klare Rahmenbedingungen für die Umsetzung notwendig

Damit Hospital@Home von einzelnen Pilotprojekten in die Regelversorgung übergehen kann, müssen noch zentrale Fragen geklärt werden. Dazu zählen insbesondere Finanzierung und Haftung sowie die Zusammenarbeit zwischen Krankenanstalten, niedergelassener Versorgung, Pflegeorganisationen, Sozialversicherung, Politik und Fachgesellschaften.

Auch Kommunikation und Gesundheitskompetenz spielen eine wesentliche Rolle. Patient müssen das Versorgungsmodell kennen, verstehen und ihm vertrauen können. Erfahrungen aus der Schweiz zeigen, dass Pilotprojekte dazu beitragen können, die medizinischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen in der Praxis zu erproben.

Salzburg als mögliche Modellregion

Ein wichtiges Ergebnis der Diskussion: Salzburg bietet gute Voraussetzungen, um Hospital@Home im Rahmen eines Pilotprojekts zu erproben. Dabei könnte untersucht werden, wie Krankenanstalten, niedergelassene Versorgung, Pflege, Technologie und Forschung wirksam zusammenspielen und welche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Umsetzung notwendig sind.

Salzburg Research bringt dafür insbesondere Forschungskompetenz im Bereich digitaler Gesundheitstechnologien und datenbasierter Lösungen ein. Als angewandtes Forschungsinstitut arbeitet Salzburg Research an digitalen Technologien, die Gesundheitsdaten erfassen, analysieren und für innovative Anwendungen nutzbar machen.

Gemeinsamer Austausch bei den Technology Talks Austria

Den Workshop „Hospital@Home: Wenn das Krankenhaus zum Patienten kommt“ veranstaltete Innovation Salzburg gemeinsam mit Salzburg Research und dem Austrian Institute of Technology (AIT) am 10. September 2026 im Rahmen der Technology Talks Austria im MuseumsQuartier Wien.

Auf dem Podium diskutierten Katharina Reich, Sektionschefin der Sektion VII – Öffentliche Gesundheit beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Landesrätin Daniela Gutschi, Gregory Fretz, Leitender Arzt und Projektleiter Hospital@Home am Klinikum Chur/Kantonsspital Graubünden, Thomas Gamsjäger, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken, und Franz Feichtner, Direktor Health bei JOANNEUM RESEARCH. Moderiert wurde die Diskussion von Köksal Baltaci von „Die Presse“.

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