KMU: 7 Handlungsempfehlungen für die digitale Transformation

2020-07-22:

Mobiles Internet, soziale Medien oder Online-Einkäufe sind inzwischen ein fester Bestandteil unseres Alltags. Kaum etwas hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahren stärker verändert als die Digitalisierung. Inzwischen verändert die digitale Transformation auch unser Wirtschaftsgeschehen grundlegend. Es ist deshalb wichtig für Unternehmen, neue Technologien und digitale Trends zu erkennen und diese für das Unternehmen nutzbar zu machen.

Digitale Technologien bieten Unternehmen dabei zahlreiche Möglichkeiten, um neue Kundengruppen zu erschließen, die Unternehmensorganisation effizienter zu gestalten oder die Produktions-und Lieferketten zu optimieren. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ergeben sich daraus große Chancen, denn sie können aufgrund ihrer geringeren Größe und ihrer flacheren Organisationsstrukturen agiler und somit rascher als Großunternehmen auf neue Herausforderungen im Marktgeschehen reagieren.

Gleichzeitig birgt dieser Trend allerdings auch Risiken. Digitale Technologien erschüttern Wertschöpfungsketten, Organisationsstrukturen, betriebliche Abläufe und Erlösmodelle – kurzum ganze Unternehmen. Dabei sind alle Branchen betroffen. Lediglich der Grad und der Zeitpunkt der Verwerfungen variiert zwischen den Industrien. Hinzu kommt, dass kleine und mittlere Unternehmen aufgrund der großen Unsicherheit bei Investitionen in Digitalisierungsprojekte und der vergleichsweise geringen personellen und finanziellen Ressourcen Gefahr laufen, die Bedeutung und Auswirkungen der Digitalisierung zu unterschätzen und somit beträchtliche Umsatz-und Einsparungspotenziale ungenutzt zu lassen. Experten sind sich einig, dass das die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens mittel- bis langfristig erheblich verringern kann, denn der digitale Transformationsprozess führt zu einem Anstieg des Wettbewerbsdrucks.

7 konkrete Handlungsempfehlungen, wie Sie die digitale Transformation Ihres KMU erfolgreich meistern können

1. Digitalisierungs- und Unternehmensstrategie

Denken Sie über eine Strategie zur Digitalisierung Ihres Unternehmens nach und formulieren Sie ein konkretes Ziel. Achten Sie darauf, dieses Zielbild speziell auf Ihr Unternehmen zuzuschneiden und dieses im Einklang mit der übergeordneten Unternehmensstrategie zu definieren. Da die wirtschaftliche Bewertung von Digitalisierungsprojekten komplex ist, sollten Sie außerdem auf eine Vielzahl von Bewertungsverfahren und Kennzahlen für die Investitionsentscheidungen setzen, die Sie im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie tätigen wollen.

2. Geschäftsmodellinnovationen

Denken Sie proaktiv darüber nach, wie Sie Ihr Geschäftsmodell durch digitale Technologien erweitern könnten oder marktbedingt sogar anpassen müssen. Bedenken Sie dabei, dass erfolgreiche Geschäftsmodellinnovationen meist das Ergebnis eines intensiven Entwicklungsprozesses sind, durch welche eine punktgenaue Adressierung von Kundenbedürfnissen sichergestellt werden soll. Da sich neue disruptive Geschäftsmodelle häufig aufgrund von Zielkonflikten nicht innerhalb des traditionellen Geschäftsmodells aufbauen lassen, sollten mittelgroße Unternehmen diese in vom Kerngeschäft getrennten Geschäftseinheiten betreiben.

3. Personalmanagement und Personalentwicklung

Formulieren Sie Ihr Personalmanagement und Ihre Personalentwicklung als Teil Ihrer Digitalisierungsstrategie. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter proaktiv bei einer fundierten Aus- und Weiterbildung in für die Digitalisierung Ihres Unternehmens relevanten Themen und investieren Sie in die Anwerbung von Fachkräften. Bedenken Sie ebenfalls, dass Digitalisierung große Unsicherheit für Ihre Mitarbeiter bedeuten kann, und binden Sie diese daher in Ihre Kommunikation ein.

4. Nutzung digitaler Technologien für Kundengewinnung und -management

Setzen Sie auch im Kundenmanagement auf den Einsatz digitaler Technologien wie CRM-Systeme und soziale Medien. Informations- und Anwendungssysteme ermöglichen es Ihnen Ihr Kundenmanagement effizienter zu gestalten und individueller an Ihre Kunden anzupassen. Bauen Sie außerdem Ihre Online-Präsenz aus, um neue (internationale) Kundengruppen zu erreichen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und die Kundenbindung zu stärken.

5. Effiziente Nutzung von Daten

Machen Sie sich im Rahmen Ihrer Datenstrategie bewusst, welche Daten Sie sammeln wollen, wo Sie bereits Daten in Ihrem Unternehmen erfassen und wie Sie diese nutzbringend einsetzen könnten.Vermeiden Sie „Datenmüll“ indem Sie nur diejenigen Daten erfassen für welche Sie tatsächlich Verwendung haben und machen Sie sich ebenfalls Gedanken darüber, in welchem Format diese gesammelt werden müssen, um sie möglichst einfach und effizient auswerten zu können.

6. Proaktive Sicherstellung von IT-und Datensicherheit und Datenschutz

IT-und Datensicherheit sind ein integraler Aspekt der Produkt-und Servicequalität, welcher im Digitalisierungszeitalter nicht nur technische, sondern auch direkte wettbewerbliche Auswirkungen hat. Stellen Sie deshalb den Datenschutz und die IT-und Datensicherheit in Ihrem Unternehmen proaktiv und systematisch sicher indem Sie diese als wesentlichen Pfeiler Ihrer Digitalisierungsstrategie verankern.

7. Einsatz digitaler Plattformen in Vertrieb, Produktion und F&E

Nutzen Sie digitale Plattformen um sich mit Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartnern für den Austausch von Leistungen oder Informationen zu verknüpfen, um Ihre Produktion, Ihren Vertrieb und die Forschung effizienter zu gestalten. Investieren Sie komplementär in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter für die Nutzung dieser Plattformen und stellen Sie vorab sicher, dass Ihre Lösung kompatibel mit den Systemen Ihrer Kooperationspartner ist.

Zum E-Paper

Weiterführenden Details zu den sieben Handlungsempfehlungen sowie zahlreiche Case Studies dazu finden Sie im aktuellen E-Paper „Handlungsempfehlungen zur digitalen Transformation für KMU“.

Ansprechperson

Markus Lassnig
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