ways2navigate – Assistenzsysteme für Fußgänger

Für den motorisierten Individualverkehr gibt es zahlreichen Assistenzsysteme. ways2navigate entwickelt und testet verschiedene Technologien zur Unterstützung von Fußgänger/-innen im urbanen Umfeld. Alternative Fortbewegungsarten – im öffentlichen Verkehr, mit Fahrad oder zu Fuß – sollen damit attraktiv gestaltet werden.

ways2navigate zielt darauf ab, das Informationsdefizit von FußgängerInnen durch neuartige Navigationstechnologien effektiv und nachhaltig zu schließen. Mithilfe iterativer BenutzerInnen-Experimente untersucht das Projekt, unter welchen Bedingungen und für welche Zielgruppen sich die Technologien digitale Karte, Sprache und Augmented Reality zur Unterstützung von FußgängerInnen im urbanen Umfeld eignen.

Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß – um alternative Arten der täglichen Fortbewegung attraktiv zu gestalten, sind Maßnahmen erforderlich, die Menschen effizient an ihr Ziel bringen. Während im Kontext des motorisierten Individualverkehrs mittlerweile unzählige elektronische Assistenzsysteme angeboten werden, gilt das für Reisende im öffentlichen Verkehr und Radfahrer nur in begrenztem Maße. FußgängerInnen müssen meist gänzlich ohne elektronische Assistenz auskommen. Aufgaben wie Routenplanung oder Wegfindung werden aufgrund fehlender Navigationslösungen meist immer noch mit traditionellen Methoden (Papierkarten) oder durch Fragen bzw. Intuition durchgeführt. Auch in Informationssystemen des öffentlichen Verkehrs wie elektronische Fahrplanauskünfte oder Info-Terminals sind Fußwege meist nur am Rande berücksichtigt. Daraus folgt, dass Informationsdefizite entlang von Mobilitätsketten speziell auf jenen Wegstrecken auftreten, die zu Fuß zurückgelegt werden. Das trifft insbesondere auf die „letzte Meile“, vom Ausstieg aus dem öffentlichen Verkehrsmittel bis zum Ziel, zu.

Das Hauptziel im Projekt ways2navigate ist es, zu untersuchen, wie das Informationsdefizit von FußgängerInnen durch neuartige Navigationstechnologien effektiv geschlossen werden kann. Durch das Projektergebnis soll der Grad der Nutzbarkeit zur individuellen Wegfindung und Personalisierung von FußgängerInnen-Navigationssystemen im täglichen Alltag, speziell für das urbane Umfeld, nachhaltig erhöht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden im Projekt verschiedene Arten von Navigationskonzepte untersucht, aus denen sich wesentliche technologische Rahmenbedingungen und zielgruppen-spezifische Parameter für zukünftige FußgängerInnen-Navigationslösungen ableiten lassen. Im Speziellen untersucht ways2navigate, wie Sprach-basierte und auf Augmented Reality basierte Navigationskonzepte sich im Vergleich zur digitalen Karte für die Übermittlung von Navigations- und Routeninformationen für FußgängerInnen eignen. Mithilfe einer wissenschaftlich anerkannten Metrik werden die Technologien (digitale Karte, Sprache, Augmented Reality) quantitativ und qualitativ getestet. Der Ansatz wird anhand von Testrouten in der Pilotregion „Andräviertel“ in Salzburg in 3 iterativen Experimenten mit jeweils 20 Testpersonen evaluiert. Die Ergebnisse tragen zu einer Wissensbasis bei, unter welchen Bedingungen und für welche Zielgruppen ein Einsatz der genannten Technologien in Navigationssystemen sinnvoll ist.