GRISINO – Grid, Semantics and Intelligent Objects

Das Forschungsprojekt verbindet erstmals Grid Computing mit semantisch angereicherten Web-Diensten und intelligenten Inhalteobjekten.

Digitale Objekte, die sich selbst beschreiben. Webservices, die nicht nacheinander abgerufen werden müssen, sondern sich selbst organisieren: Dies sind nur zwei konkrete Themen von GRISINO. Das Projekt kombiniert drei komplementäre Technologien für die Definition von intelligenten und dynamischen Geschäftsprozessen:

  1. Semantic Webservices, der künftige Standard für alle Web-basierten semantischen Prozesse,
  2. Knowledge Content Objects, eine intelligente „Ummantelung“ digitaler Objekte mit Zusatzinformationen zum Objekt und
  3. Grid Computing, das Lösungen für rechenintensive Operationen durch „virtuelle“ Supercomputer bereitstellt.

Die drei Technologien werden in einer neuartigen Testumgebung miteinander verbunden, um auch das experimentelle Erforschen von komplexen Prozessen und Objekten (z.B. semantisch annotierte multimediale Geschäftsobjekte) zu ermöglichen. Das Ergebnis von GRISINO wird ein experimenteller Software-Prototyp einer Web-Infrastruktur sein. Diese Infrastruktur soll die Kooperation von Menschen und Maschinen im World Wide Web wesentlich verbessern, indem Software-Prozesse flexibler und fehlertoleranter werden.

Innovation mit Anwendungsnähe
Bei GRISINO handle es sich um eine systemische Innovation, mit der standardisierte Business-Abläufe intelligenter und effizienter gesteuert werden können. Auf großes Interesse stößt GRISINO bei potentiellen Anwender(inne)n. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk) hat bereits Interesse angemeldet, am vorgesehenen Feldversuch teilzunehmen. Das bm:bwk wird im Anwendungsszenario für „wissenschaftliches und kulturelles Erbe“ als Testbenutzer zur Verfügung stehen.

GRISINO beschäftigt sich mit drei fundamentalen Forschungsfragen:

  • Kontextsensitivität von komplexen Prozessen: Wie können semantische Webservices (SWS) wissensbasierten Inhalt verstehen bzw. verarbeiten, um „intelligente Prozesse“ zu unterstützen und zu ermöglichen?
  • Die Nutzbarmachung von komplexen Inhalteobjekten für semantische Webservices: Wie können wissensbasierte Inhalteobjekte (sg. Knowledge Content Objects – KCO’s) spezifiziert werden, damit sie mit Webservices kompatibel werden und in neuen Umgebungen eingesetzt werden können?
  • Eine integrierte gridfähige Semantic Webservices- und Objekt-Architektur: Wie können semantische Webservices, die KCO’s kennen und intelligente Objekte, die SWS kennen, in Grid-Computing-Infrastrukturen integriert werden?

Starkes Signal der österreichischen Semantic Systems Forschung
Die Zusammenarbeit von Salzburg Research, DERI und uma ist einerseits Nachweis für die gute Entwicklung der IKT Forschung in Österreich, andererseits auch eine dringende Notwendigkeit, da sich der Wettbewerb im Technologiesektor der „intelligenten Medien“ zunehmend verschärft und derzeit viele Unternehmen in der Print- und Medienbranche Gefahr laufen, von branchenfremden Technologiefirmen verdrängt zu werden. Ziel ist, diese Zukunftstechnologien nachhaltig zu beherrschen und durch praktische Anwendungen der Industrie näher zu bringen.