CoMoNet – Convergent Mobile Networks

Konvergenz mobiler Funktechnologien am Standort Salzburg

In CoMoNet werden die Konvergenz verschiedener mobiler Übertragungstechnologien und mögliche Anwendungsszenarien in der Region Salzburg erforscht. Untersucht und getestet werden Funktechnologien wie UMTS, GSM/GPRS, WLAN/Wimax und DVB-H/DVB-T.

Technologische Ausgangslage
Das Zusammenwachsen verschiedener Datenübertragungstechnologien und die darauf laufenden Dienste sind unter dem Stichwort „Konvergenz“ eines der beherrschenden Themen im IKT-Bereich. Internetprovider und Telefonieanbieter verwenden zunehmend eine Kombination aus Datenübertragung, Sprachübertragung und Fernsehen (das sogenannte „Triple Play“). Die Vision für die Zukunft ist, diese Dienste in Kombination mit unterschiedlichen mobilen Funktechnologien ohne Nachteile und Störungen für Benutzer(innen)zu verbinden. Wichtig dabei wird einerseits sein, dass die gewünschte Qualität zu einem attraktiven Preis angeboten werden kann und andererseits, dass neue Dienste entwickelt werden, die einen entsprechenden Mehrwert für Benutzer(innen) bieten.

Die Situation in Salzburg
Die Einführung von UMTS in Salzburg bietet neue Möglichkeiten, stellt aber auch eine große Herausforderung dar. Durch bestehende Richtwerte kann keine flächendeckende UMTS-Versorgung garantiert werden. Daraus entsteht die Notwendigkeit, Schnittstellen zu verwandten Technologien zu schaffen (etwa der nahtlose Übergang von WLAN zu UMTS).

CoMoNet-Teilprojekte
In CoMoNet wird mit Wirtschaftspartnern an mehreren Teilprojekten gearbeitet. Es werden Konzepte, Prototypen und Demonstratoren entwickelt, um die praktische Umsetzung der Themenschwerpunkte zu prüfen.

Teilprojekt 1: DVB-H
Ein interaktives Quiz per Handy oder PDA: Das Spiel soll DVB-H nutzen, um kurze Videos an alle beteiligten Spieler(innen) auszusenden. Zum Senden der Fragen und Antworten braucht es eine Punkt zu Punkt Verbindung, wofür GSM oder WLAN genutzt wird. Ein Server steuert das Spiel und wertet die Antworten aus.

Teilprojekt 2: Displayansteuerung
Moderne Displays (z.B. große LED-Displays zur Verkehrssteuerung auf Autobahnen) haben einen integrierten Controller zur Ansteuerung. In diesem Projekt wird daran gearbeitet, die Display-Flexibilität zur Darstellung von Informationen zu erhöhen. Die derzeitige Lösung auf WLAN-Basis soll im Projekt durch Integration anderer Funktechnologien ergänzt werden.

Teilprojekt 3: Middleware
Ziel ist die Konzeption einer generischen Middleware Plattform für den Betrieb mobiler konvergenter Dienste, die die transparente Nutzung unterschiedlicher Kommunikationstechnologien ermöglicht. Testszenarien (etwa aus dem touristischen Bereich) zeigen die Funktionalität der Plattform.

Teilprojekt 4: Remote Sensing
Eines der zentralen Anwendungsgebiete mobiler Datenübertragung ist das so genannte „Remote Sensing“. Dabei werden Sensordaten in einem Gebiet (z.B. Skigebiet) von einer entfernt liegenden Zentrale ausgewertet. Dazu ist eine energiesparende Kommunikationstechnologie im Feld erforderlich und die dazu nötigen Protokolle müssen höchst adaptiv sein. Hier werden entsprechende Modelle entwickelt und im Feldversuch getestet.

Teilprojekt 5: Watermarking
In diesem Teilprojekt werden digitale Wasserzeichen („Watermarks“) für IP-basierte Sprachdatenübertragungen entwickelt. Die Watermarking Technologie bietet die Möglichkeit, Audiostreams zu identifizieren und zuzuordnen. Das ist nötig, um unberechtigten Zugriff zu vermeiden, und die Anforderungen für die Sicherheit bei Datenübertragungen zu erfüllen.

Teilprojekt 6: Feldstärkemessungen
Dieses Projekt geht den Fragen nach, wo und in welcher Stärke Funktechnologien verfügbar sind und in welcher Qualität Dienste den Konsument(inn)en angeboten werden können. Die Feldstärken bzw. Leistungsflussdichten der Übertragungstechnologien (UMTS, GSM/GPRS, WLAN/Wimax und DVB-H/DVB-T) werden mit dem „E-Quad“, einer mobilen Messstation vermessen und in ein 3D-Geländemodell integriert. Zusätzlich sollen dabei QoS-Parameter (wie Bit Error Rate) in Verbindung mit der Leistungsflussdichte gebracht werden und mit dem Messtool CMToolSet validiert werden. Die Messungen werden verwendet, um Berechnungsverfahren für Feldstärkeausbreitungen im Gelände zu validieren und zu optimieren.

Forschungsexpertise für Wirtschaft und Ausbildung im „CoMoNet-Labor“
Zum Testen von mobilen Anwendungen wird an der Fachhochschule in Urstein ein Experimentier- und Entwicklungslabor aufgebaut. Das CoMoNet-Labor ermöglicht Unternehmen, ihre Entwicklungen in der Praxis zu testen und bietet den Studierenden eine wirtschaftsnahe Ausbildung. Es werden studentische Projekte, Praktika und Diplomarbeiten durchgeführt (z.B. zur Displayansteuerung).

Ergänzend werden Vorträge externer Expert(inn)en organisiert, die entweder an der Science:City:Salzburg (Techno-Z), an der FH Salzburg oder der Universität Salzburg durchgeführt werden.