FOCUS:LFM – From Open Coexistence to Unified Systems for Local Flexibility Management

FOCUS:LFM entwickelt ein Open-Source-Framework für das Flexibilitätsmanagement in Österreich.

FOCUS:LFM befasst sich mit einer entscheidenden Herausforderung der Energiewende: der Nutzung des großen, aber bislang weitgehend ungenutzten Potenzials dezentraler Flexibilität. Angesichts der zunehmenden Erzeugung erneuerbarer Energie und der beschleunigten Elektrifizierung von Verkehr und Wärmemarkt ist die Integration flexibler Anlagen – von Nieder- bis Mittelspannungsebene – für die Schaffung einer sicheren, effizienten und klimaneutralen Energieversorgung von entscheidender Bedeutung.

Das Leitprojekt entwickelt eine modulare Open-Source-Aggregator-Middleware, die in der Lage ist, eine Vielzahl von dezentralen Anlagen zu koordinieren. Dazu gehören Technologien wie Ladegeräte für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Batterien. Die Plattform basiert auf weit verbreiteten Kommunikationsprotokollen – insbesondere OpenADR 3.1 und MQTT 5 – und bietet standardisierte, maschinenlesbare APIs, um eine einfache Integration und Interoperabilität zwischen Systemen und Technologien zu ermöglichen.

FOCUS:LFM konzentriert sich auf lokales und netzdienliches Flexibilitätsmanagement. Es ermöglicht Verteilernetzbetreibern, die Aktivierung von Flexibilität aus dezentralen Quellen zu überwachen, anzufordern und zu validieren. Die Middleware steht im Einklang mit dem bevorstehenden EU Netwok Code on Demand Response und unterstützt die geplante gemeinsame Flexibilitätsplattform im Rahmen des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG). Das Projekt verfolgt einen agilen F&E-Ansatz, der stakeholderorientierte Anforderungsanalyse, Rapid Prototyping, Full-Stack-Softwareentwicklung und mehrstufige Validierung kombiniert. Die Middleware wird in Netzsimulationen, Labortests und Feldversuchen unter realen Bedingungen getestet, die unterschiedliche Umgebungen widerspiegeln – von einzelnen Haushalten über kommunale Systeme bis hin zu Mittelspannungsanwendungen. Diese Demonstrationen umfassen sowohl die direkte Anlagensteuerung als auch die Integration bestehender Aggregations-Backends.

FOCUS:LFM untersucht auch die weiterreichenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der lokalen Flexibilitätsaktivierung. Es wird analysiert, wie die technische Aggregation kleiner Anlagen die Systemeffizienz unterstützen, den Bedarf an Netzausbau reduzieren und neue Geschäftsmodelle für Energiegemeinschaften, Technologieanbieter und Dienstleistungsunternehmen erschließen kann. Inklusive Co-Creation-Prozesse und Open-Source-Designprinzipien stellen sicher, dass die daraus resultierenden Tools für ein breites Spektrum von Stakeholdern, einschließlich KMU und zivilgesellschaftlichen Akteuren wie Energiegemeinschaften, zugänglich sind. Das Projekt liefert einen Open-Source-Software-Stack mit begleitender Dokumentation, öffentlichen APIs und Governance-Mechanismen, um die langfristige Nutzbarkeit und Replizierbarkeit zu unterstützen. Ein gezieltes Accelerator-Programm wird die Implementierung in der Industrie und die Integration in kommerzielle Angebote unterstützen. Damit legt FOCUS:LFM den Grundstein für ein dezentrales, flexibles und digital integriertes Energiesystem, das widerstandsfähig, inklusiv und für die Klimaneutralität geeignet ist.

Die Rolle von Salzburg Research

  • Mitarbeit an einer umfassenden Anforderungsanalyse und Koordination aller dahingehender Aktivitäten im Projekt
  • Product Owner für den agilen Softwareentwicklungsprozess
  • IKT-Architekturentwicklung, Integration, Validierung
  • Veröffentlichung der Software-Plattform als Open-Source-Projekt und Aufbau einer Entwickler:innen-Community
 
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Salzburg Research Forschungsgesellschaft
Jakob Haringer Straße 5/3
5020 Salzburg, Austria
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