Autarkity Handbuch & Roadmap
Patricia Jasek, Stefan Linecker, Peter Dorfinger, Guntram Pressmair, Martin Mayr, Andreas Werner, Seyyed Joneid Hasannejad, Christian Pfeiffer, Karina Medwenitsch, Lukas Plessing, Michael Ruthensteiner (2026): Autarkity Handbuch & Roadmap
Das Projekt „Autarkity“ hat untersucht, wie Energiegemeinschaften in Österreich unabhängiger von den preislich schwankenden Strommärkten werden können. Das Ziel ist dabei die sogenannte „lastgerechte Autarkie“, bei dem eine Gemeinschaft ihren Strombedarf in hohem Maß und über weite Strecken des Jahres selbst deckt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen am ehesten bereit sind, in bekannte Technologien wie Photovoltaik und Batteriespeicher zu investieren. Diese bilden das Fundament für die lokale Energiewende. Ein interessanter Punkt ist, dass besonders Mieterinnen und Mieter die Sicherheit einer garantierten Eigenversorgung schätzen, was neue Möglichkeiten für Energieprojekte in Städten eröffnet. Generell entscheiden die Teilnehmer jedoch sehr preisbewusst und die Kosten sind der wichtigste Faktor dafür, ob eine Maßnahme angenommen wird.
In der Praxis steht man vor allem vor der Herausforderung der „Winterlücke“. Während im Sommer durch Sonnenenergie relativ leicht ein hoher Grad an Unabhängigkeit erreicht wird, klafft im Winter eine Versorgungslücke, da die Photovoltaik weniger liefert und gleichzeitig mehr Energie zum Heizen gebraucht wird. Um diese Lücke zu schließen, sind kontinuierliche Erzeuger wie Biomasse oder Wasserkraft notwendig. Zudem wird echte Unabhängigkeit erst möglich, wenn man neben Strom auch das Heizen und die Elektromobilität mit einplant.
Das Projekt empfiehlt daher eine schrittweise Entwicklung in vier Phasen: Es beginnt mit dem Aufbau von PV-Anlagen, führt über den Einsatz von Speichern und intelligenten Steuerungen und endet bei der Integration von Systemen, die auch im Winter stabil Energie liefern. Letztlich zeigt die Roadmap, dass eine Energiegemeinschaft nur dann erfolgreich ist, wenn sie die technische Effizienz mit der Wirtschaftlichkeit und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort verbindet.
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