Salzburg Research arbeitet an der Analyse und Optimierung von Edge-Cloud-Systemen (c)_srfg_shutterstock_TippaPatt_web

Bewertung von Edge-Cloud-Systemen: Handbuch für nachhaltige digitale Infrastrukturen

Edge-Cloud-Systeme sind die Basis für innovative, intelligente Dienste in vielen Branchen. Sie bewältigen zentrale Herausforderungen moderner Softwaresysteme – wie Datenschutz und effiziente Ressourcenverwaltung – durch den kombinierten Einsatz von Software- und Hardwarekomponenten entlang des Edge-Cloud-Kontinuums. Eine neue Orientierungshilfe fasst die Ergebnisse zur Evaluierung von Edge-Cloud-Systemen zusammen.

Edge-Cloud-Systeme (ECS) sind die Grundlage für viele intelligente und innovative Dienste in unterschiedlichsten Branchen. Sie vereinen die Vorteile von Edge- und Cloud-Technologie, um Daten dort zu verarbeiten, wo sie entstehen: sicher, schnell und ressourcenschonend. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Datenschutz, Energieeffizienz und nachhaltiger Digitalisierung.

Da Edge-Cloud-Systeme sehr unterschiedlich aufgebaut sein können, braucht es geeignete Bewertungsverfahren, um ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit nachzuweisen. Genau hier setzt eine neue Orientierungshilfe zur Evaluierung von Edge-Cloud-Systemen an: Sie fasst die Erkenntnisse aus mehreren Forschungsprojekten zusammen und zeigt praxisnahe Wege auf, wie Organisationen ihre Systeme systematisch bewerten können.


Ein praxisnahes Bewertungsmodell

Eine Task-Force aus sieben Forschungsprojekten des deutschen Technologieprogramms „Edge Datenwirtschaft“ – darunter Salzburg Research mit dem Projekt EASY – entwickelte gemeinsam ein Modell, um Edge-Cloud-Systeme vergleichbar zu bewerten.

Die Orientierungshilfe stellt ein Vorgehensmodell vor, das zeigt, wie Organisationen Ziele definieren, geeignete Metriken auswählen und die Ergebnisse strukturiert auswerten können. Grundlage ist das Green Software Measurement Model (GSMM), das ursprünglich zur Bewertung von Energie- und Ressourceneffizienz in der Softwareentwicklung entwickelt wurde.

Dieses Modell ermöglicht eine ganzheitliche Bewertung von technischen, organisatorischen und ökologischen Aspekten – etwa Energieeffizienz, Datenschutz, Resilienz, Skalierbarkeit und Kosten. Damit unterstützt es Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei, ihre digitalen Infrastrukturen nachhaltig und effizient zu gestalten.


Empfehlungen für Wirtschaft und Politik

Die Task-Force formulierte konkrete Handlungsempfehlungen, damit Organisationen Edge-Cloud-Systeme langfristig systematisch bewerten können:

  • Aufbau interner Kompetenzen zur Bewertung digitaler Infrastrukturen
  • Etablierung gemeinsamer Standards und transparenter Metriken
  • Förderung von Austauschplattformen zwischen Wirtschaft und Forschung
  • Niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeitenfür Unternehmen, die erste Bewertungsschritte umsetzen wollen

Eine fundierte Bewertung von ECS ist nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische Aufgabe: Sie schafft die Grundlage für nachhaltige, vertrauenswürdige und wettbewerbsfähige digitale Innovationen.


Beitrag von Salzburg Research

Salzburg Research spielte im Projekt EASY eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und praktischen Erprobung des Bewertungsmodells. Das Institut konzertierte sich insbesondere auf die Bewertung der Netzwerke und Verbindungsqualität in Edge-Cloud-Systemen sowie die Anwendbarkeit in industriellen Szenarien.

So flossen die Erfahrungen aus der Forschung zu verteilten Systemen direkt in die Weiterentwicklung des Bewertungsansatzes ein.


Projekt EASY: Energieeffiziente Edge-Cloud-Fertigung

Das Projekt EASY („Energieeffiziente Analyse- und Steuerungsprozesse im dynamisch Edge-Cloud-Kontinuum“) entwickelt ein Edge-Cloud-System für die industrielle Fertigung, in dem KI-basierte Analyse- und Steuerungsprozesse verteilt und möglichst vor Ort ausgeführt werden können, wodurch Produktivität und Ressourceneffizienz des gesamten Fertigungsprozesses deutlich gesteigert werden können. Salzburg Research liefert dazu die österreichischen Beiträge zur Analyse und Vorhersage der Verbindungsqualitäten zwischen Edge- und Cloud-Knoten sowie zur Anomalie-Erkennung in industriellen Kommunikationsnetzen, um eine dynamisch ideale Platzierung der Dienste zu ermöglichen.


Hintergrund

Die Orientierungshilfe wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Begleitforschung zum Technologieprogramm „Edge Datenwirtschaft“ erstellt. Beteiligt waren sieben Forschungsprojekte: EASY, EDNA, ESCOM, DEER, SECAI, ECO:DIGIT und GEMIMEG-II.

Gemeinsam entwickelten sie ein einheitliches Konzept zur Bewertung von Edge-Cloud-Systemen – von der Datenerfassung bis zur Cloud. Damit entsteht eine Grundlage, um digitale Infrastrukturen transparent, nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten.

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NINA GROßEGESSE
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