Die Vortragenden des 8. e-Health Day

IKT-Unterstützung bei Depression im Alter

2016-11-08:

Der diesjährige e-Health Day widmete sich der Technologie-Unterstützungen bei Depression im Alter. Fünf spannende Vorträge zeigten auf, wie IKT-Technologien dabei unterstützen können, Anzeichen für eine Depression im Alter frühzeitig zu erkennen und wie ältere Menschen mit depressiven Episoden durch personalisierte, altersgerechte Interventionen unterstützt werden können.

Der Workshop-Nachmittag

Das unterschätzte Phänomen der Depression im Alter

8-ehealth-day-salzburg_01_07Nach der Begrüßung von Salzburg Research Geschäftsführer Siegfried Reich führte Alexander Aschenbrenner vom Diakoniewerk Salzburg unter dem Titel „Das unterschätzte Phänomen der Depression im Alter“ in das Thema ein: Weltweit zeichnet sich ein Versorgungs- und Behandlungsdefizit für psychische Alterserkrankungen ab, wobei die Depression nach den Demenzen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im höheren Lebensalter zählt. Depression im Alter wird oft nicht oder erst sehr spät erkannt und entsteht meist als psychische Reaktion auf Begleiterscheinungen des Alters. Menschen ab 60 Jahren machen 38 Prozent der Gesamtsuizidmortalität aus und Männer sind besonders anfällig. Hier müssen vor allem Hausärzte achtsam sein und sowohl medikamentöse als auch psychotherapeutische Behandlungen einleiten.

Kollaborative Versorgunsplattform Impetus

8-ehealth-day-salzburg_01_09Als nächstes stellte Manuela Plößnig von Salzburg Research die kollaborative Versorgunsplattform Impetus vor. Diese will neue Wege aufzeigen, wie Anzeichen für eine Depression im Alter frühzeitig erkannt und wie ältere Menschen mit depressiven Episoden durch personalisierte, altersgerechte Interventionen unterstützt werden können. Damit soll das vorhandene Versorgungsdefizit reduziert werden. Ein Schlaftagebuch oder ein Aktivitätenplaner sind zum Beispiel Teile der Plattform und sollen den Patienten bei der Bewältigung ihrer Depression helfen.

eMentalHealth bei Depression

8-ehealth-day-salzburg_01_10Christiane Eichenberg von der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien thematisierte in ihrem Vortrag „eMentalHealth bei Depression“ die bereits vorhandenen Angebote und die Nachfrage bei bereits vorhandenen Bewältigungsangeboten. So gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Websites, sogenannten Serious Games, APPs und internetbasierten Interventionsprogrammen. Laut einiger Studien ist die Qualität von Websites im Bereich der Krankheitsaufklärung leider zu 75 Prozent als schlecht zu bewerten. Serious Games haben bislang ausschließlich positive Wirksamkeiten bestätigt, adressieren jedoch eine eher junge Zielgruppe (Bsp.: SPARX). An APPs existiert ein breites Angebot. Ein gutes Beispiel ist hier Ayra.

Internetbasiertes Selbsthilfeprogramm für Menschen mit Depressionen

8-ehealth-day-salzburg_01_11Darauffolgend stellte Björn Meyer von der GAIA AG Deprexis ein internetbasiertes Selbsthilfeprogramm für Menschen mit Depressionen vor. Das dreimonatige Programm basiert auf anerkannten Psychotherapie-Verfahren und bietet online schnelle Unterstützung bei Depressionen. Ziel ist, dass die Nutzer/-innen die Techniken für sich selbst anwenden. Es wird zum Beispiel angestrebt, dass Betroffene lernen, wie sie konkret mit negativen Gedanken umgehen, wie sie sich bewusst entspannen können oder welche Übungen es gibt, um gelassener zu werden.

Präventive Pflege

8-ehealth-day-salzburg_01_12Abschließend thematisierte Anneliese Gottwald von der Pflegedienstleitung Wien der Johanniter die „Präventive Pflege bei Menschen mit Risikofaktoren für eine psychische Erkrankung“. So sollen Suchmaschinen bei der Eingabe bestimmter Wortkombinationen, die die Planung eines Suizids vermuten lassen, Ergebnisse zur therapeutischen Unterstützung anzeigen. Auch Trauern werde digital und die Pflege dürfe sich dem Trend nicht verschließen.

Der achte e-Health Day wurde dann durch einen individuellen Informationsaustausch abgerundet.

 

Die Vortragspräsentation finden sie auf www.salzburgresearch.at/event/8-e-health-day-it-bei-depression-im-alter

Nachberichte zu den bisherigen e-Health Days:

Der 9. e-Health Day wird Ende 2017 stattfinden.

Ansprechperson

Manuela Plößnig
T: +43/662/2288-402,
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
Jakob Haringer Straße 5/3, A-5020 Salzburg