Frauen und Männer sind anders krank - Salzburg Research Forschungsgesellschaft

Frauen und Männer sind anders krank

2017-01-13:

Salzburg Research entwickelt gegenwärtig eine Gender-sensitive Diabetes-Applikation. Projektpartnerin Alexandra Kautzky-Willer wurde nun zur Wissenschaftlerin des Jahres gekürt.

Eine Forschergruppe der Salzburg Research Forschungsgesellschaft entwickelt derzeit einen Prototyp einer mobilen Webapplikation, die Diabetikern und Diabetikerinnen unter Berücksichtigung von Gender-Aspekten helfen soll, im Alltag mit ihrer Krankheit besser umzugehen. Beim  DIABgender-Prototyp stehen individuelle Bedürfnisse und Rahmenbedingungen nicht nur von Frauen und Männern, sondern auch von verschiedenen Rollen und Lebenssituationen im Fokus.

Personalisierung und Individualisierung

Männer und Frauen erleben Diabetes überwiegend unterschiedlich und haben damit oft unterschiedliche Bedürfnisse an ihre Therapie und Diabetes-Selbstmanagement. Doch bislang fanden diese Erkenntnisse noch nicht Eingang in Diabetes-Anwendungen. DIABgender berücksichtigt diesen Aspekt. Dadurch soll Nutzern und Nutzerinnen geholfen werden, den Umgang mit ihrer Krankheit in ihrem Alltag besser und individueller gestalten zu können.

Im Fokus des Projekts DIABgender stehen Schwangere, Frauen in den Wechseljahren sowie Männer und Frauen mit Herz-Kreislauferkrankungen oder Stress. Ziele werden als konkrete Aktivitäten umgesetzt, wie zum Beispiel tägliches Monitoring des Blutzuckers, Vorhaben, wie dreimal in der Woche zu walken oder das Einhalten einer Diät.

Auszeichnung für Projektleiterin Kautzky-Willer

Gegenwärtig wird DIABgender am Wiener AKH unter der Leitung von Alexandra Kautzky-Willer getestet und erprobt. Kautzky-Willer (Meduni Wien) war Österreichs erste Professorin für Gendermedizin und ist nun zur Wissenschaftlerin des Jahres 2016 gewählt worden. Mit der Auszeichnung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten wird vor allem die Vermittlungsarbeit der Gendermedizinerin gewürdigt. Die Ehrung wurde ihr am 9. Jänner 2017 in Wien überreicht.  Salzburg Research gratuliert herzlich!