SNML-SMA – Digitale Medienarchive

Digitale Medienarchive – Gemeinsam statt einsam? Die digitalen Archive mittlerer und großer Unternehmen bestehen heute nicht mehr allein aus Dokumenten und Zahlenkolonnen. Längst finden sich in den Medienarchiven auch Bilder, technische Zeichnungen, Animationen und audiovisuelle Materialien (z.B. Sprachaufzeichnungen und Video-Beiträge). Mit der wachsenden Einfachheit der Erstellung digitaler Materialien steigen gleichzeitig die Anforderungen an die Archivare. Bei oft gleichbleibenden Budgets für die Verwaltung und Pflege des Archivs sind ungleich mehr digitale Artefakte zu archivieren. Ungleich aufwändiger ist es, audiovisuelles Material richtig zu kategorisieren und zu beschlagworten. Und immer öfter klafft zwischen der wahren Bedeutung eines Artefakts und deren Beschlagwortung im Katalog eine „semantische Lücke“. Was aber passiert am Ende, wenn die Unternehmensgröße oder die organisatorischen Voraussetzungen in einem Unternehmen nicht ausreichen, um einen „hauptamtlichen Archivar“ zu beschäftigen?

Lebendige Archive

Die Lösung für diese Probleme könnte darin bestehen, die Autoren und die interessierte Öffentlichkeit auf kontrollierte Weise zum Beschlagworten einzuladen. Vielleicht muss dazu auch ein Anreizsystem entwickelt werden, in jedem Fall aber muss nachvollziehbar sein, welche Anmerkungen und Schlagworte vom Archivar und welche von anderen Autoren vergeben wurden. So entstehen „kollaborativ gepflegte Unternehmensarchive“. Beispiele für solche Anwendungen sind Bildarchive der öffentlichen Hand, historische Archive für Events oder Sportveranstaltungen, u.v.a.m. Und plötzlich sind es nicht mehr nur Schlagworte, sondern ganze „Geschichten“, die sich um ein Artefakt ranken. Geschichten die ungleich reicher an Semantik sind, als es alle archivarischen Klassifikationssysteme der Welt je sein können: Das Archiv lebt!

Kollaborative Ansätze mit semantischer Integration

Kommt Ihnen dieses Szenario bekannt vor? Entstehen da nicht Assoziationen mit Anwendungen im Bereich des „Social Tagging“ (z.B. Flickr , last.FM ) und des „Social Bookmarking“ (z.B. del.icio.us )? Die Ideen sind, so gesehen, nicht bahnbrechend, neu ist allerdings der Versuch, diese Verfahren auf den Bereich von Medienarchiven anzuwenden. Neu ist auch der Ansatz die semantische Integration der so angereicherten Archive zu unterstützen.