ARIADNE

Das EU-Projekt „ARIADNE“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Zugang zu digitalen archäologischen Datensätzen zu erleichtern, indem vorhandene Daten-Infrastrukturen zusammengeführt und in ein gemeinsames System integriert werden. Durch die Integration sollen Forschungsarbeiten vereinfacht und neue methodische Vorgehensweisen ermöglicht werden.


Es gibt bereits eine Unmenge digitaler Datensätzen zur Dokumentation archäologischer Funde, die jeweils verschiedene Epochen, Fachbereiche und Regionen betreffen. Der Bestand wird zudem ständig erweitert, dank der Arbeiten und Bemühungen einzelner Forscher, von Forschungsteams oder von Institutionen. Allerdings bilden diese Datensätze in Summe einen unüberschaubaren, fragmentierten Korpus. Die Daten sind verstreut über verschiedene Sammlungen, Datenbanken, unzugänglichen bzw. unveröffentlichten Feldberichten, „grauer Literatur“, und diverse Veröffentlichungen. Letztere sind immer noch die wichtigste Quelle für den Informationsaustausch innerhalb der Community. Das theoretisch große Potential all dieser digitalen Daten für die internationale archäologische Forschung kann zurzeit daher nur unzureichend ausgeschöpft werden; ihre Nutzung ist durch den schwierigen Zugang und inhomogene Strukturen nur eingeschränkt möglich. Das ARIADNE Projekt nimmt sich dieser Herausforderung an. Es versucht, verschiedene verstreut liegende Daten zu integrieren und damit Forschern den Zugang zu Datenzentren und Analyse-Werkzeugen auf internationaler Basis zu ermöglichen. Dies soll durch die Implementierung von Web-basierten Diensten erreicht werden, die auf gemeinsamen Schnittstellen zu Data Repositories beruhen, sowie durch eine erweiterte Verfügbarkeit von Referenzdatensätzen. Mit diesen Diensten möchte ARIADNE eine Community aus Forschern ansprechen und aufbauen, die bereit sind, die Möglichkeiten IT-basierter Forschung aktiv zu nutzen und damit ihr Repertoire an etablierten archäologischen Forschungsmethoden um neue Werkzeuge zu erweitern.

Das ARIADNE Projekt wird von der Europäischen Union innerhalb des 7. Rahmenprogramms für FTE (RP7), innerhalb der Linie „Forschungsinfrastrukturen“ des RP7-Teilprogramms „Kapazitäten“. Das 4-Jahres-Projekt startete im Februar 2013 und läuft bis Ende Januar 2017. Salzburg Research ist unter anderem verantwortlich für die Erhebung von Nutzerbedürfnissen,  Maßnahmen zur Stärkung der Community-Bildung, und die Entwicklung einer Innovationsagenda für das Projekt.