Über 400 Ideen für Salzburgs Mobilitätszukunft: Gewinnerideen stehen fest

2026-07-10:

Über 400 Ideen von Salzburgerinnen und Salzburgern wurden für den Ideenbewerb „Gemeinsam bewegen wir Salzburg Richtung Mobilitätszukunft 2040“ über die von Salzburg Research betriebene Plattform IdeaSpace im Auftrag von zukunftswege.at und der Stadt Salzburg eingereicht. Ziel des Wettbewerbs war es, konkrete und umsetzbare Vorschläge aus der Bevölkerung für die Erreichung der Ziele des Salzburger Mobilitätsplans 2040 zu sammeln. Die ausgezeichneten Ideen reichen von sicheren Schulstraßen über bessere Busverbindungen bis zu begrünten Wohnstraßen und sollen in den Maßnahmenkatalog der Stadt Salzburg einfließen.

Bürger:innen bringen konkrete Lösungen ein

Nachhaltige Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, Lebensqualität und Teilhabe in der Stadt. Der Ideenbewerb zeigte, dass viele Menschen in Salzburg konkrete Vorstellungen davon haben, wie Mobilität künftig sicherer, klimafreundlicher und alltagstauglicher gestaltet werden kann. Die Ideen wurden zwischen 1. März und 30. April 2026 online im IdeaSpace, der Ideenplattform von Salzburg Research, eingereicht. Begleitend fanden vier Workshops in verschiedenen Stadtteilen Salzburgs statt.

Ausgezeichnet wurden nun unter anderem Ideen für begrünte Wohnstraßen, ein intuitives Leitsystem für das Radhauptnetz, beschleunigte Busverbindungen durch Busspuren und Vorrangschaltungen, verkehrsberuhigte Wohnquartiere, eine Mobilitätsagentur Salzburg, diversitätsgerechte Stadtplanung, autonome elektrische Micro-Shuttles, ein nachhaltiges Paketstationsnetz sowie die Umwandlung eines Parkplatzes am Salzach-Ufer in einen öffentlichen Grünraum. Ergänzend wurden ein Communitypreis, ein Jugendpreis und ein „Out of the Box“-Preis vergeben.

„Die große Beteiligung freut mich sehr. Sie zeigt, dass viele Salzburgerinnen und Salzburger ihre Stadt mitgestalten wollen und ganz konkrete Ideen für eine bessere Mobilität haben“, sagt Stadträtin Anna Schiester.

„Über 400 eingereichte Ideen im Rahmen des zweimonatigen Wettbewerbs zeigen sehr gut, dass Bürger:innenbeteiligung auch im Verkehrsbereich gut funktionieren kann. Vielen Dank an alle, die sich eingebracht haben und somit diesen Beteiligungsprozess so erfolgreich gemacht haben. Jetzt wird es darum gehen, aus den vielen hochqualitativen Bürger:innenideen und der Fachexpertise ein gelungenes Beschlussdokument zu formen, welches Salzburgs Weg in die Mobilitätszukunft anleitet. Bis zum Herbst wird ein vorläufiger Entwurf des Dokuments feststehen, welchen wir dann präsentieren werden, um in finaler Rückkopplung mit den Bürger:innen den Prozess zu einem positiven Abschluss zu führen“, so Michael Schwifcz, MSc,Projektleiter Mobilitätsplan 2040 der Stadt Salzburg.

Im Mobilitätslabor zukunftswege.at konnten wir erstmalig einen breiten Online-Bürgerbeteiligungsprozess im Auftrag der Stadt Salzburg durchführen. Die große Beteiligung zeigt die Bereitschaft der Bürger:innen in Planungsprozessen der Stadt mitzuarbeiten und Ihre qualifizierten Ideen und Vorschläge einzubringen. Es wäre schön dieses Format auch in weiteren Vorhaben der Stadt einzusetzen“, sagt Christian Kainz, Projektleiter des Mobilitätslabors zukunftswege.at.

„Digitale Beteiligung kann den Dialog zwischen Stadt und Bevölkerung wirksam ergänzen, weil sie Ideen sichtbar macht, die aus dem Alltag der Menschen entstehen. Mit IdeaSpace schaffen wir einen strukturierten Raum, in dem Bürger:innen ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Lösungsvorschläge einbringen und weiterentwickeln können. Gerade dieses Bürger:innenwissen ist wertvoll, wenn aus strategischen Mobilitätszielen konkrete, praxistaugliche Maßnahmen für Salzburg entstehen sollen“, sagt Dr. Birgit Kolb, IdeaSpace Managerin bei Salzburg Research.

Gewinnerideen mit breitem Nutzen für Stadt und Bevölkerung

Mehrere ausgezeichnete Vorschläge setzen bei der Sicherheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum an. Die Idee „Gartenstraße Salzburg – Wohnstraßen zurück an die Menschen“ schlägt vor, Wohnstraßen zu begrünten Begegnungsräumen umzugestalten. Vorgesehen sind entsiegelte Flächen, Bäume, Sitzgelegenheiten und eine gleichberechtigte Nutzung durch Fußgänger:innen, Radfahrende und notwendigen Anliegerverkehr bei niedriger Geschwindigkeit.

Im Themenfeld Radfahren überzeugte die Idee eines durchgängigen Bodenmarkierungssystems für das Salzburger Radhauptliniennetz. Farbige Linien und klare Markierungen sollen Radfahrenden die Orientierung erleichtern und den Umstieg auf das Fahrrad attraktiver machen. Für den öffentlichen Verkehr wurde die Idee „BRT Light“ ausgezeichnet: Busspuren, Vorrang bei Ampeln und besser abgestimmte Haltestellen sollen Busse außerhalb des Zentrums deutlich beschleunigen.

Auch die sichere Mobilität von Kindern spielt eine wichtige Rolle. Der Communitypreis ging an die Idee, vor Schulen und Kindergärten Begegnungszonen oder Schulstraßen einzurichten. Ziel ist es, Bringverkehr zu reduzieren, Gefahrenstellen zu entschärfen und Kindern mehr selbstständige Mobilität zu ermöglichen. Als bestes Jugendprojekt wurde „Gemeinsam zur Schule – Salzburg Mobility Pods“ ausgezeichnet. Das Konzept setzt auf gemeinschaftlich organisierte Geh- und Radgruppen, um Elterntaxis zu reduzieren und nachhaltige Mobilitätsgewohnheiten früh zu stärken.

Von der Ideensammlung zum Maßnahmenkatalog

Die ausgezeichneten Beiträge zeigen, dass Mobilitätswende nicht nur eine technische Frage ist. Viele Vorschläge verbinden Infrastruktur, Bewusstseinsbildung, soziale Teilhabe und Klimaanpassung. Dazu zählen etwa diversitätsgerechte Stadtplanung mit sicheren Wegen, längeren Grünphasen und besserer Beleuchtung, nachhaltige Paketstationen zur Reduktion von Lieferverkehr oder autonome elektrische Micro-Shuttles als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr.

Die Gewinnerideen werden nun von der Stadt Salzburg fachlich geprüft und in den Entwurf des Maßnahmenkatalogs zum Mobilitätsplan 2040 aufgenommen. Die Auszeichnung der Gewinner:innen erfolgt im Rahmen des Salzburger Mobilitätstags am 17. September 2026.

Hintergrund

Der Ideenbewerb „Gemeinsam bewegen wir Salzburg Richtung Mobilitätszukunft 2040“ wurde von der Stadt Salzburg und zukunftswege.at über die Plattform IdeaSpace durchgeführt. IdeaSpace wird von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH betrieben. Ziel des Beteiligungsformats war es, konkrete, umsetzbare Ideen aus der Bevölkerung zu sammeln, um die beschlossenen Ziele des Salzburger Mobilitätsplans 2040 zu unterstützen. Insgesamt wurden 557 Ideen eingereicht.

Kontakt für Medienrückfragen:

Michael Schwifcz, MSc,Projektleiter Mobilitätsplan 2040
Stadt Salzburg, Amt für Stadtplanung und Verkehr
mobilitaetsplan2040@stadt-salzburg.at | Tel. +43 662 80 72 2366

Dr. Birgit Kolb, LLM.oec., IdeaSpace Managerin
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
birgit.kolb@salzburgresearch.at | Tel. +43 662 22 88 302

Bildmaterial

Im Rahmen begleitender Workshops zum IdeaSpace-Ideenbewerb brachten Bürger:innen ihre Perspektiven, Erfahrungen und Vorschläge für Salzburgs Mobilitätszukunft 2040 ein. © wildbild

Hintergrundinfomation

Gewinnerideen des IdeaSpace-Ideenbewerbs
„Mobilitätszukunft 2040 in Salzburg“

KategorieGewinnerideeEinreicher:inKurzzusammenfassung
Zu Fuß unterwegsGartenstraße Salzburg: Wohnstraßen zurück an die MenschenMathias StadlerWohnstraßen sollen zu begrünten Begegnungsräumen mit Bäumen, Grünflächen und Sitzgelegenheiten werden. Fußgänger:innen, Radfahrende und notwendiger Anliegerverkehr teilen sich die Fläche gleichberechtigt.
RadfahrenStrategische Weiterentwicklung des Salzburger Radhauptliniennetzes durch BodenmarkierungenLARBI MESKINE RODRIGUEZDurchgängige, farbige Bodenmarkierungen sollen das Radhauptnetz sichtbarer machen und Radfahrenden die Orientierung erleichtern, besonders an Knotenpunkten.
Bessere ÖffisBRT LightN LeitnerSeparate Busspuren, Vorrangschaltungen bei Ampeln und besser abgestimmte Haltestellen sollen Busse beschleunigen und den öffentlichen Verkehr attraktiver machen.
Motorisiert unterwegsZufahrt Ja, Durchfahrt NeinErik SchnaitlAlle Stadtteile bleiben mit dem Auto erreichbar, Durchfahrten durch Wohngebiete und die Innenstadt werden jedoch unattraktiver. Dadurch sollen Durchgangsverkehr, Lärm und Gefahren reduziert werden.
Mitmachen & Bewusstsein schaffenMobilitätsagentur SalzburgErik SchnaitlEine Mobilitätsagentur soll Projekte bündeln, Mobilitätsberatung anbieten, Bewusstseinsbildung betreiben und zwischen Bevölkerung, Verwaltung und Politik vermitteln.
Mobil für alle GenerationenGendergerechte StadtplanungKatha HeStadtplanung soll unterschiedliche Alltagswege, Sicherheitsbedürfnisse und Nutzungsperspektiven systematisch berücksichtigen. Vorgeschlagen werden unter anderem bessere Beleuchtung, breitere Gehsteige, längere Grünphasen und mehr Aufenthaltsqualität.
Saubere Antriebe & Technologien, zusätzlich mit dem „Out of the Box“-Preis ausgezeichnetSalzburg Autonom: Das fehlende Puzzleteil für einen staufreien StadtraumLeo FellingerAutonome elektrische Micro-Shuttles sollen Wohnviertel bedarfsorientiert an den öffentlichen Verkehr anbinden und die „letzte Meile“ erleichtern. Ziel ist weniger Autoverkehr und mehr Platz im Stadtraum.
Nachhaltige Lieferungen & LogistikNachhaltiges Paketstation-Netz für SalzburgStefan RitzingerSolarbetriebene Paketstationen bei Wohnanlagen sollen Zweitzustellungen vermeiden, Lieferverkehr reduzieren und die Paketabholung sicherer und komfortabler machen.
Unterwegs als GastVom Parkplatz zum Park: Salzach-Ufer am Imberg neu denkenPaul WolfgruberEin asphaltierter Parkplatz am Salzach-Ufer bei der Imbergstraße soll in eine öffentliche Grün- und Aufenthaltsfläche umgewandelt werden. Die Idee verbindet Entsiegelung, Klimaanpassung und mehr Aufenthaltsqualität.
Bestes JugendprojektGemeinsam zur Schule: Salzburg Mobility PodsAnita AngiNachbarschaftlich organisierte Geh- und Radgruppen sollen den Schulweg sicherer machen und Elterntaxis reduzieren. Vorgesehen sind unter anderem Bike Bus, Walking Bus und geteilte Lastenräder.
CommunitygewinnerBegegnungszonen/Schulstraßen vor Schulen und KindergärtenErik SchnaitlVor Schulen und Kindergärten sollen Begegnungszonen oder temporäre Schulstraßen entstehen. Niedrige Geschwindigkeiten, weniger Bringverkehr und mehr Platz sollen die Sicherheit von Kindern erhöhen.

Gewinnerideen im Detail

Bewertung der eingereichten Ideen

Die Gewinnerideen wurden in einem zweistufigen Verfahren sowohl von der IdeaSpace-Community, wie auch einer 14-köpfigen Fachjury anhand transparenter Bewertungskriterien ausgewählt. Im Mittelpunkt stand der Ideennutzen mit einer Gewichtung von 40 Prozent: Bewertet wurde, in welchem Ausmaß eine Idee zur Erreichung des jeweiligen sektoralen Ziels beziehungsweise Themenfelds beiträgt. Die Umsetzbarkeit floss mit 30 Prozent ein und berücksichtigte, ob eine Idee rechtlich, technisch und finanziell realistisch umsetzbar erscheint. Der Innovationsgrad machte 20 Prozent der Bewertung aus und bezog sich darauf, ob eine Idee neue Ansätze oder neue Kombinationen bestehender Lösungen für Salzburg einbringt. Ergänzend wurden die Nachhaltigkeit beziehungsweise ökologische Wirkung mit 5 Prozent sowie die soziale Wirkung und Inklusion mit 5 Prozent bewertet. Damit wurde berücksichtigt, ob eine Idee Klima-, Umwelt- oder Ressourcenschutz unterstützt, unterschiedliche Bedürfnisse einbezieht und die Zugänglichkeit von Mobilität fördert.

Fachjury

  • Brigitte Drabeck (Klimabündnis Österreich)
  • Markus Fedra (Mobilitätsaktivist / Forum Mobil)
  • Samuel Felbermair (Verkehrsplaner / Stadt Salzburg)
  • Angelika Gasteiner (Mobilitätsaktivistin / Platz für Salzburg)
  • Gertraud Gschaider-Grössinger (Verkehrsplanerin / Stadt Salzburg)
  • Anja Hagenauer (Team Vielfalt / Stadt Salzburg)
  • Ralf Kühn (Verkehrsplanung / Land Salzburg)
  • Stephan Kunze (Verkehrsplanung / Stadt Salzburg)
  • Tarik Mete (Vorsitzender Planungsausschuss Stadt Salzburg / SPÖ)
  • Lina Mosshammer (Point& / Mobilitätskommunikation)
  • Cristina Polito (Freiraumplanung / Stadt Salzburg)
  • Hermann Riedl (Verkehrsplaner / Stadt Salzburg)
  • Michael Szeiler (Verkehrsexperte / con.sens mobilitätsdesign)
  • Ursula Witzmann-Müller (Mobilitätsplanerin / UWM Mobilität)

Alle eingereichten Ideen sind in der Ideen-Plattform IdeaSpace einsehbar: https://my.ideaspace.cc (Anmeldung erforderlich)


 
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5020 Salzburg, Austria
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