IT-Sicherheit im Smart Grid optimieren - Salzburg Research Forschungsgesellschaft

IT-Sicherheit im Smart Grid optimieren

2015-01-19:

Der Umbau des elektrischen Energieversorgungssystems stellt neue Herausforderungen an die IT-Sicherheit. Die sich verändernden Netztopologien und die zunehmende Einbindung von Internettechnologien in das Energiesystem führen zu völlig neuen Bedrohungsszenarien. Im Positionspapier „Smart Grid Security“ beleuchten Experten, darunter auch Forscher der Salzburg Research Forschungsgesellschaft, neue Sicherheitsziele, erläutern Angreifermodelle und Schutzmaßnahmen und stellen Testverfahren für die Sicherheitsevaluierung von Energieinformationsnetzen vor.

Das Positionspapier wurde von einer Expertengruppe des VDE Verband der Elektrotechnik (Arbeitsgruppe Energieinformationsnetze und -systeme) entwickelt. Forscher der Salzburg Research Forschungsgesellschaft wurden aufgrund ihres Expertenwissen im Smart Grid-Bereich in diese Arbeitsgruppe berufen.

Insbesondere „Advanced persistent threats“, die verschiedene Techniken zielgerichtet nutzen, um kritische Systeme zu manipulieren, stellen ein hohes Angriffsrisiko für den sicheren Betrieb des Smart Grid dar. Unter den vielfältigen Schutzmaßnahmen erhalten kryptographische Algorithmen zur Verschlüsselung eine herausragende Bedeutung. Ein zentrales Merkmal des Energieinformationsnetzes der Zukunft ist über dies „Security/Privacy-by-Design/Default“, also die Realisierung von Sicherheits- und Datenschutz-Aspekten bereits beim Entwurf der Systeme und datenschutzfreundliche Voreinstellungen als Default-Konfiguration. In der Normung gilt es, eine einheitliche Referenzarchitektur beispielsweise für intelligente Messsysteme voranzutreiben und die standardisierte Kommunikation im Energieinformationsnetz zur Sicherstellung der Interoperabilität weiterzuentwickeln.

Der VDE fordert erhebliche Anstrengungen für die Erforschung dezentraler verteilter Systeme und geeigneter Methoden für das Risikomanagement. Handlungsempfehlungen beziehen sich dabei auch auf den erforderlichen Dialog zwischen Politik, Verbrauchern und der Energiewirtschaft. Ziel ist ein konsolidiertes und harmonisiertes Gesamtkonzept für die Sicherheit im Smart Grid. Zusätzlich zur Versorgungssicherheit spielt hier auch die Akzeptanz seitens der Verbraucher/-innen eine wichtige Rolle.

Jörg Benze, Andreas Berl, Kai Daniel, Günther Eibl, Dominik Engel, Andreas Fischer, Ulrich Hofmann, Andreas Kießling, Stefan Köpsell, Lucie Langer, Hermann de Meer, Christian Neureiter, Michael Niedermeier, Thomas Pfeiffenberger, Michael Pietsch, Armin Veichtlbauer (2014): Smart Grid Security. Energieinformationsnetze und Systeme . VDE-Positionspapier, VDE Verband der Elektrotechnik.

Das Positionspapier „Smart Grid Security“ wurde Ende 2014 im Rahmen einer Pressekonferenz in München vorgestellt. Es kann für 250 Euro unter www.vde.com bestellt werden. Das Intro (Management Summary) kann hier kostenlos abgerufen werden.

Ansprechperson

Thomas Pfeiffenberger
T: +43/662/2288-444,
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