Kultur in Bits und Bytes

2003-03-17:

Salzburg Research macht das kulturelle Erbe im Internet zugänglich

Die Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH bietet Kultureinrichtungen virtuelle und reale Werkzeuge, um ihre Angebote für das digitale Zeitalter aufzubereiten. Kulturelles Wissen soll damit der Bevölkerung im gesamten Umfang erhalten und zugänglich gemacht werden. www.innovatives-oesterreich.at stellt die neuesten Entwicklungen von Salzburg Research in diesem Bereich vor.

Schnelllebig, oberflächlich, verkürzend. Die Skepsis gegenüber der digitalen Welt des Internet als Instrument, unser kulturelles Erbe in seiner Vielschichtigkeit darzustellen, ist unter Fachleuten immer noch groß. Forschungsergebnisse von Salzburg Research zeigen, dass die Digitalisierung von kulturellen Gütern in Bibliotheken, Archiven, Dokumenten neue Wege eröffnen kann, das kulturelle Wissen zu bewahren, zu strukturieren, zu vernetzen und weitaus mehr Benutzergruppen zugänglich zu machen, als es ?Realien? erlauben.

Bereits jetzt nutzen unzählige Menschen das Internet, um schnell Informationen zu sammeln, manche sprechen auch vom Internet als einem gigantischen Archiv. So gigantisch, dass gezielte Informationssuche, die Autorisierung von Information und ihre sinnvolle Verknüpfung problematisch ist. Insbesondere Kultureinrichtungen verzichten daher oft darauf, ihre Objekte digital zugänglich zu machen und damit ihre Realität um eine weitere zu ergänzen.

Die Software CULTOS schafft hier Abhilfe: Sie wird gegenwärtig in einem europäischen Forschungsprojekt von elf Partnereinrichtungen unter Koordination von Salzburg Research entwickelt und ermöglicht es, Bilder, Videos, Texte und Audiodateien themenzentriert zu verknüpfen. So können Verbindungen veranschaulicht werden, die normalerweise nur in Aufsätzen und Büchern beschrieben werden. Dank der intelligenten Software können komplexe Wissensinhalte als Hypertext anschaulich gemacht werden ? ohne über Programmierkenntnisse verfügen zu müssen.

Die CULTOS-Autorenwerkzeuge werden beispielsweise dazu benützt, um die Thematik des Don Quixote von der Textvorlage von Cervantes, über die Bilder von Velazques, bis hin zum Musical „Der Mann von La Mancha“ als multimediale Hypertext-Objekte darzustellen.

Wege aus dem Labyrinth ? DigiCULT hilft, die passende Technologie zu finden

Die Digitalisierung von kulturellen Beständen wirft für Kultureinrichtungen wie Archive, Bibliotheken und Museen in Europa eine Unzahl an technischen, praktischen und rechtlichen Fragen der Umsetzung auf. So muss die richtige Technologie gefunden, Qualifikationen von MuseumsmitarbeiterInnen angepasst, die Bedürfnisse der Besucher des virtuellen Museums getroffen werden.

Um Kultureinrichtungen Antworten auf diese Fragen sowie eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl der passenden Technologie für ihre Kunstschätze zu geben, erarbeitete Salzburg Research in der EU-Leitstudie ?DigiCULT – Technological Landscapes for Tomorrow?s Cultural Economy? einen ?Werkzeugkasten?: DigiCULT analysiert den Stand der Technik, die organisatorische und rechtliche Situation, wie zum Beispiel der Eigentums- und Verwertungsrechte, und gibt Hinweise zu den Anforderungen der User an das Internet bzw. digitale Darstellungsformen. Außerdem empfiehlt DigiCULT Maßnahmen, die es ermöglichen sollen, die gegebenen Chancen zu nutzen und rechtliche, technische oder organisatorische Hindernisse zu überwinden.

Die Leitstudie DigiCULT wurde auf Einladung des Europarates Ende 2002 in Straßburg präsentiert. Durch Mitarbeit im Expertenforum werden gemeinsam die Empfehlungen des Europarates zum digitalen kulturellen Erbe ausgearbeitet.

DigiCULT-Forum: Der kulturelle Technologie-Wachhund

DigiCULT-Forum beobachtet und bewertet mit 50 europäischen Experten Forschungsarbeiten und technologische Entwicklungen speziell für den kulturellen Bereich. Das Forum unterstützt außerdem den Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgern und Kultureinrichtungen. Es liefert Ergebnisse und Empfehlungen für die Implementierung von neuen Technologien und Services, die als ?Informationspakete? an die Einrichtungen weitergegeben werden. Damit soll den Einrichtungen die Scheu vor der Digitalisierung genommen und verlässliche Orientierung gegeben werden.

REGNET: Digitalisierung leicht gemacht

Etwa 95 Prozent der Kulturinstitutionen in Europa sind kleine Organisationen. Es bedarf spezieller Strategien, um auch kleinen Organisationen eine Mitwirkung in der zukünftigen digitalen Kultur zu ermöglichen. Das zweijährige Projekt REGNET, das im April 2001 begann, geht soeben mit der Demonstrationsphase zu Ende: Für die Unterstützung von kleinen und mittleren Kulturinstitutionen wurden ?regionale Netzwerke? etabliert. Ein Beispiel und eine mögliche Ausprägung für ein solches Zentrum ist das ?Cultural Service Centre Austria?. Das Angebot umfasst Beratung zu Methoden und Standards, Trainings im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie und digitale Serviceleistungen wie Katalog-Management, Digitalisierungsleistungen, Web-Shops, Auktionssysteme, Multimedia-Produktionen, usw. Für kleine Organisationen können durch diese Zusammenarbeit die Zugangsbarrieren zur digitalen Welt wesentlich gesenkt werden.

Über Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH:

Salzburg Research ist die Forschungsgesellschaft des Landes Salzburg. Sie betreibt Forschung für Anwender und Märkte in den Schwerpunktbereichen Neue Medien sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Spezielle Anwendungsfelder sind eCulture, eTourism und eContent.

Die Kampagne www.innovatives-oesterreich.at

Bewusstsein schaffen für die Wichtigkeit von Forschung, Technologie und Innovation ist das Ziel der Awareness-Kampagne www.innovatives-oesterreich.at. Unter dem Motto ?Auf die Birne kommt es an? will die Kampagne das Verständnis der ÖsterreicherInnen für den Nutzen von Innovationen erhöhen und zeigen, wie wichtig Forschung und Technologie für den Erhalt und Ausbau des Wohlstandes in Österreich sind.

Die Kampagne wurde vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung initiiert. Sie wird vom Rat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, der Bundesarbeiterkammer, der Wirtschaftskammer Österreich, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Vereinigung der Österreichischen Industrie getragen und von ExpertInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt. Die Kampagne umfasst zahlreiche dialogorientierte Projekte. Alles über das innovative Österreich finden Sie auf der Website www.innovatives-oesterreich.at.

Rückfragehinweis:

Mag. Birgit Retsch

Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH

Tel.: +43 662 2288-248 | birgit.retsch@salzburgresearch.at

www.salzburgresearch.at

Ing. Werner Höss

Rat für Forschung und Technologieentwicklung

Tel.: +43 1 2050120-222 | w.hoess@rat-fte.at

www.innovatives-oesterreich.at