Barrierefreies Webdesign – Wie das Internet für Blinde „lesbar“ wird

2003-05-19:

Salzburg Research bot am 19. Mai 2003 den Salzburger Betrieben ein kostenloses Seminar zur Beseitigung von Barrieren im Internet. Wie muss eine Website aufgebaut sein, um zugänglich und benutzerfreundlich für Menschen mit speziellen Beeinträchtigungen zu sein? Was ist zu beachten, was unbedingt zu vermeiden? Mario Batusic von der Universität Linz ist selbst blind und informierte über Webdesign, das auch für Sehbehinderte „lesbar“ ist.

Verschiedene Hilfsmittel ermöglichen Blinden und Sehbehinderten die Arbeit mit dem Computer. Damit kann auch das Internet erschlossen werden. Mittels Sprachausgabe werden die Websites hörbar, mit dem Braille-Display tastbar. „Das Bewusstsein der Webdesigner ist vielfach nicht vorhanden, dabei müssten nur einige Kleinigkeiten berücksichtigt werden,“ meint Siegfried Reich, Leiter der Salzburg Research Forschungsgesellschaft.

2003 ist das europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen. Die Landesforschungsgesellschaft leistet mit dieser kostenlosen Veranstaltung einen Beitrag zur voranschreitenden Gleichstellung. Die Teilnehmer wurden auf die speziellen Bedingungen für Sehbehinderte sensibilisiert. Denn, wer selbst ohne visuelle Hilfe durch eine Internet-Seite navigieren muss, erkennt potenzielle Problemherde. Mittlerweile sind auch einige Programme auf dem Markt – einige davon Open Souce, also gratis verfügbar -, welche die Adaptierung von bestehenden Websites erleichtern.

Das Seminar wurde zuvor bereits für die Webdesigner der Web-Portale des Landes Salzburg veranstaltet. E-Government ist eines der zentralen Anliegen des Landes. Möglichst viele Behördengänge sollen über das Internet erledigt werden können. Doch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen wie etwa einer Sehbehinderung stoßen hier auf neue Hindernisse. Salzburg Research brachte Experten und Webdesigner an einen Tisch und bot wertvolle Hinweise, wie das Internet Behinderten-tauglich wird. Nun wird diese Veranstaltung kostenlos für die Salzburger Wirtschaft wiederholt.