2004-04-22: E-Tourismus eröffnet neue Möglichkeiten der Gästebetreuung

Ein Viertel des E-Commerce in Österreich entfällt jetzt bereits auf den Tourismus. Rund jede achte Buchung wird über das Internet abgewickelt.

E-Tourismus – so der Titel eines Workshops der Sparkasse Imst am Mittwoch, 14. April – eröffnet über die Buchung hinaus völlig neue Perspektiven in der Gästebetreuung. Dies machten die Referenten von Salzburg Research, Österreichischer Hoteliervereinigung, Sparkasse Imst, pay+, Wirtschaftskammer Österreich, feratel media technologies AG, ncm.at und hogast deutlich.

In vielen Tourismusverbänden und -unternehmen werden die Themenkreise „Wie gehe ich mit den neuen Medien um?“, „Wie mache ich meine Homepage interessant?“, „Wie gewährleiste ich eine effiziente Wartung meiner Mailbox?“, „Wie kann ich das Internet von der Akquise bis zur Nachbetreuung bestmöglich nutzen“ und „Wie wickle ich den Zahlungsverkehr effizient ab?“ intensiv diskutiert, erklärte der Vorstandsdirektor der Sparkasse Imst, Helmuth Pulai. „Wir wissen auch, dass unsere Kunden viel Geld investieren, um am Ball zu bleiben. Und nicht zuletzt wissen wir, dass in den Entwicklungsabteilungen der Wirtschaft und den außeruniversitären und universitären Forschungseinrichtungen viele neue Ideen und Projekte realisiert werden.“

Interessant für viele Tourismusbetriebe – so Pulai – seien die elektronischen Informations- und Kommunikationsinstrumente nicht zuletzt deshalb, weil sie es ermöglichen, den Gast gezielt und kostengünstig zu betreuen und ihm maßgeschneiderte Produktpakete anzubieten. Ziel muß es sein, so Pulai, die Wertschöpfungskette seitens der Träger touristischer Leistungen zu optimieren.

Das Internet und mobile Technologien erlauben aber auch den Zugriff auf immer aktuelle Informationen und das praktisch von überall. Dies biete Chancen, neue Geschäftsfelder mit innovativen Ansätzen zu erschließen. Der Gast wird laufend mit Informationen versorgt, die die Qualität seines Aufenthaltes erhöhen kann.

Jeder Fünfte betreibt E-Banking
Bereits 21 Prozent aller Österreicher, so Vorstandsdirektor Josef Lipp, verfügen über ein Internetkonto. Die Kunden der Sparkassengruppe in Österreich haben in einem Jahr 14 Millionen Mal auf Ihr Konto im net zugegriffen und über 6 Millionen Überweisungen getätigt: Die Nutzung von E-Banking steigt konstant, das liegt auch daran, dass die Sicherheit und damit auch die Akzeptanz sehr hoch ist. E-Banking in der Sparkassengruppe weist derzeit den größten Funktionsumfang aus, wobei inzwischen auch der Produktverkauf sehr gut läuft. In Blickrichtung Tourismus ist Josef Lipp überzeugt, dass „die Zukunft in der intelligenten und richtigen Kombination von Information, Beratung und Direkt-Abschluß im Internet liegt.“

Österreichisches Kompetenznetzwerk

„Nichts hat den Tourismus in den letzten 10 Jahren derart verändert wie die Informationstechnologie“, ist Dipl.-Ing. Manuela Plößnig sicher. Sie leitet das eTourism Center (ETC) in Salzburg � einen der drei Knoten im österreichweiten Kompetenznetzwerk für eTourism (ANET) � in der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research. ANET ist ein vom Bund, den Ländern Niederösterreich, Tirol und Salzburg geschaffenes Kompetenznetzwerk, in dem 27 Wirtschafts-und 15 Forschungspartner mitarbeiten. Ziel dieses Netzwerkes ist, klein-und mittelständische Unternehmen im Tourismus-Sektor im sich rasch entwickelnden Technologiebereich zu unterstützen, erläuterte Manuela Plößnig.

Das Forschungsprogramm umfasst fünf Bereiche:

· Strategische Studien und Entwicklung von Businessmodellen und grundlegenden Konzepten für den eTourismus-Bereich

· Entwicklung neuer Services für Touristen � mit besonderer Berücksichtigung mobiler Endgeräte (Handy, PDA, Navigationssysteme im Auto etc.)

· Lösungen für den Business-to-Business-Bereich

· Entwicklung von Aus-und Weiterbildungskonzepten im Bereich e-Learning

· Wissenstransfer nach außen.
Für das österreichische eTourismus-Netzwerk ANET stehen in den nächsten vier Jahren 12,6 Millionen Euro zur Verfügung.

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Quelle: Gastroforum