CarSense – Das Fahrzeug als Sensor für den Infrastrukturbetreiber

CarSense untersucht unterschiedliche existierende und wahrscheinlich zukünftig massentaugliche Fahrzeugsensoren als potentielle Datenquellen für Straßeninfrastrukturbetreiber.

Zur Nutzbarmachung des Potentials von fahrzeugseitiger Sensorik als Datenquelle für Straßeninfrastrukturbetreiber ermittelt, testet und bewertet das Projekt CarSense (1) unterschiedliche existierende und wahrscheinlich zukünftig massentaugliche Fahrzeugsensoren als potentielle Datenquellen. Das Vorhaben (2) bestimmt den technischen, wirtschaftlichen und/oder inhaltlichen Mehrwert für den Einsatz (3) erarbeitet konkrete Empfehlungen, welche Daten zukünftig effizient und nutzbringend über fahrzeugseitige Sensorik erhoben werden können, und (4) schlägt eine Systemarchitektur für eine reibungslose Integration der Daten in die Systeme der ASFINAG vor.

Mit 80 bis 100 integrierten Sensoren stellen Fahrzeuge der heutigen Generation im Kontext des intelligenten Verkehrs ein enormes Potential für vielseitige Einsatzzwecke dar. Zum Beispiel werden bereits bei kommerziellen Diensten fahrzeugseitige Sensorinformationen genutzt, um Verzögerungen im Verkehrsablauf zu detektieren oder Routen an das aktuelle Verkehrsgeschehen anzupassen. Im Rahmen des Projektes CarSense gilt es nun dieses Potential von fahrzeugseitigen Sensoren auch für Straßeninfrastrukturbetreiber zu heben.

Für eine effektive und effiziente Erfüllung der vielfältigen Aufgaben des Betriebs und der Erhaltung ist es notwendig, hinreichend viele qualitative und quantitative Information von der meist über große räumliche Distanzen verteilten Infrastruktur zu sammeln. Derzeit erfolgt die Datenerhebung,wenn automatisiert, über straßenseitige Sensorik bzw. Kontroll- und Messfahrten. Neben den hohen Kosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung ergibt sich der zusätzliche Nachteil, dass die Messungen nur punktuell an einem Messquerschnitt oder nur punktuell zu einem Zeitpunkt erfolgen können. Mitdem Projekt CarSense wird der Frage nachgegangen, ob die vom Infrastrukturbetreiber benötigten Daten von Sensoren jener Fahrzeuge flächendeckend und permanent in effizienter Weise erhoben werden können, die täglich diese Infrastruktur benutzen. Die bisherigen Nachteile, wie punktuelle Da-tenerhebung, zusätzliche Kontrollfahrten und zusätzliche Sensorinfrastrukturkosten, sollen damit vermieden oder zumindest reduziert werden.

Für die Durchführung wird das Projekt CarSense in 4 Phasen unterteilt. Innerhalb der ersten Phase bildet eine umfassende Sensorrecherche (Bottom-up-Vorgehen) sowie eine Bestandsaufnahme beim Infrastrukturbetreiber ASFINAG und eine Anforderungsanalyse (Top-down-Vorgehen) die Grundlage für ein zielgerichtetes und anforderungsorientiertes Vorgehen. Die Sensorrecherche fokussiert sich dabei auf Sensoren, welche bereits in Fahrzeugen verbaut werden, eventuell nachgerüstet werden oder zukünftig zu erwarten sind. Zusammen mit den Resultaten der Anforderungsanalyse können jene Sensoren, Daten und Aufgabengebiete identifiziert werden, bei welchen ein potentieller Mehrwert zu erwarten ist.
In Phase 2 wird über eine Evaluierung die nachfolgende Mehrwertbewertung mit Erfahrung und Daten fundiert, um die prinzipielle Möglichkeit der Datenauswertung für einen bestimmten Einsatzzweck zu bestätigen und, um am Ende des Vorhabens eine fundierte Evaluierung beim Infrastrukturbetreiber vorweisen zu können.

Innerhalb von Phase 3 erfolgt die Mehrwertbewertung, das heißt, die potentiellen Sensoren werden aus technischer, wirtschaftlicher und/oder inhaltlicher Sicht (primäre Bewertungskriterien) und anhand von rechtlichen, datenschutzrechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (sekundäre Bewertungskriterien) hinsichtlich ihres Effizienzsteigerungspotentials bewertet. Auf dieser Basis wird ein fundierter Empfehlungskatalog erarbeitet.